Diakonie startet „Loverboy“-Präventionsprojekt „FairLove“

Von dpa

Hamburg - Sie suchen gezielt nach jungen Mädchen, spielen ihnen die große Liebe vor und zwingen sie dann in die Prostitution - Loverboys. Um Betroffene vor dieser Methode zu schützen, startet die Diakonie Hamburg in der kommenden Woche das Projekt „FairLove“, teilte die Diakonie am Mittwoch mit. Loverboys suchten in Diskotheken, der Schule sowie vermehrt in den sozialen Netzwerken nach den Jugendlichen oder jungen Frauen. „Die Pubertät und die damit einhergehenden Unsicherheiten und Konflikte nutzen sie aus, um das Mädchen emotional von sich abhängig zu machen“, hieß es.

Zu ihrer Taktik gehöre es, teure Geschenke und Komplimente zu machen und sie von Freunden und Familie zu isolieren. Irgendwann täuschten sie dann eine finanzielle Notsituation vor und bitten das Mädchen um Hilfe. Die vermeintlich einzige Lösung sei, dass das Mädchen sich prostituiert. „Mit gezielter Manipulation, Drogen sowie psychischer und physischer Gewalt schaffen sie es, dass das Mädchen tut, was sie verlangen“, hieß es weiter. Betroffene schämten sich häufig, hätten Angst und selten komme es zu einer Anzeige - obwohl dies eine Form der Zuhälterei und somit in Deutschland strafbar ist.

Das Projekt „FairLove“ will den betroffenen Mädchen und jungen Frauen helfen, etwa mit einem anonymen Beratungsangebot und einer Unterstützung beim Ausstieg. Außerdem gibt es Veranstaltungen, unter anderem an Schulen, die über das Thema aufklären. Ferner gibt es eine Beratung für Angehörige sowie Workshops für Fachkräfte.