Digital vernetzte Polizeiautos: Schnellere Hilfe

Von dpa
Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug.
Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Dresden - Ein neues Infotainment-System für Polizeiautos namens Alea soll bei Notrufen künftig schnellere Hilfe garantieren. Es komme darauf an, die kostbaren Minuten dazuzugewinnen, „um Leben zu retten, Menschen und Gesundheit zu schützen“, sagte Innenminister Roland Wöller (CDU) am Montag bei der Präsentation des ersten digital interaktiven Funkstreifenwagens. 2022 werde Sachsens Polizei 165 Fahrzeuge bekommen, die über Alea mit Lagezentrum, Digitalfunk und Navigation verbunden und optimal vernetzt sind.

Mit Alea werden Einsatzaufträge künftig komplett digital übermittelt, visualisiert und bearbeitet. Das System navigiert Streifenwagen zum Einsatzort, stellt Funkverbindung zwischen Lagezentrum und Beamten her und aktiviert per Touch Blaulicht oder Aufforderungen wie „Bitte Folgen“. Die Kosten für das in drei Jahren entwickelte System liegen nach Ministeriumsangaben bei rund 4500 Euro pro Auto. Bundesweit gebe es nichts Vergleichbares, sagte Projektleiter Tino Korks.

Jeder interaktive Funkstreifenwagen verfügt den Angaben nach zudem über Smartphone und Notebook, über die direkt auf das Datennetz der Polizei zugegriffen werden kann und Abfragen zu Personen und Fahrzeugen sowie Dokumentenprüfungen auf ihre Echtheit vor Ort möglich sind.

„Die kompakte Bedieneinheit wurde zusammen mit der bayerischen Polizei entwickelt“, sagte Wöller. Sie gewähre „ein Mehr an Sicherheit, schnellere Hilfe und professionellere Polizeiarbeit“. In den Lagezentren der sächsischen Polizei gingen täglich rund 1160 Notrufe ein. Mehr Personal, moderne Technik und Ausrüstung allein reichten nicht, für wirksame und professionelle Polizeiarbeit müssten diese so zusammenwirken, damit Hilfe noch schneller und wirksamer ist.