Digitalpakt-Geld kommt nur langsam bei Berliner Schulen an

Von dpa 01.09.2021, 14:22
Ein Schüler arbeitet in einer Grundschule an einem Tablet.
Ein Schüler arbeitet in einer Grundschule an einem Tablet. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin - Zwei Jahre nach dem Start des „Digitalpakts Schule“ kommen die Fördergelder weiterhin nur langsam bei Berliner Lehrern und Schülern an. Von den ursprünglichen fünf Milliarden Euro des Bundes aus dem Basis-Digitalpakt sind für Berlin bis zum Stichtag 30. Juni mehr als 147 Millionen Euro beantragt und bewilligt worden. Abgerufen wurden davon aber nur gut 19 Millionen, wie aus einem halbjährlichen Bericht des Bundesbildungsministeriums hervorgeht. Über die Zahlen hatte zuerst das „Handelsblatt“ berichtet, sie liegen auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Aus dem zusätzlichen Förderprogramm für mobile Endgeräte - wie Tablets für Schülerinnen und Schüler - hat Berlin bis zum 30. Juni mehr als 20 Millionen Euro bekommen. Und das von bundesweit insgesamt gut 470 Millionen. Wie die meisten anderen Bundesländer hat Berlin noch kein Geld aus dem 500 Millionen Euro umfassenden Topf für Schuladministratoren in Anspruch genommen. Ganz anders sieht es bei den Mitteln aus, mit denen Leihgeräte für Lehrkräfte finanziert werden: Hier hat Berlin bis Ende Juni bereits mehr als 16 Millionen Euro bekommen, anders als die meisten übrigen Länder.

„Fortlaufende Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie wie Verzögerungen bei Handwerks- bzw. Installationsarbeiten oder Lieferengpässe bei IT-Beschaffungen stellen Länder und Schulträger weiterhin vor große Herausforderungen bei der Umsetzung die DigitalPakts Schule“, heißt es in dem Bericht.

Beim Digitalpakt handelt es sich um ein großes Förderprogramm zur digitalen Modernisierung der Schulen, das von Mai 2019 bis 2024 läuft. Der Bund hatte zunächst fünf Milliarden Euro bereitgestellt für digitale Lernplattformen, den Aufbau von schuleigenem Wlan und für die Anschaffung von interaktiven Tafeln (Smartboards). Im Zuge von Corona wurde das Förderprogramm dreimal aufgestockt: 500 Millionen Euro für Laptops für bedürftige Schüler, 500 Millionen für Geräte für Lehrkräfte und 500 Millionen für Schuladministratoren.

Bundesweit sind zwei Jahre nach dem Start des mittlerweile auf 6,5 Milliarden Euro angewachsenen Fördertopfs rund 852 Millionen Euro abgerufen worden. Beantragt und bewilligt, aber noch nicht abgerufen waren rund 1,4 Milliarden Euro.