DLRG: Doppelt so viele Badetote in Sachsen wie im Vorjahr

Von dpa
Der Schriftzug "Unfall" leuchtet zwischen zwei Blaulichtern auf dem Dach eines Polizeiwagens.
Der Schriftzug "Unfall" leuchtet zwischen zwei Blaulichtern auf dem Dach eines Polizeiwagens. Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Dresden/Berlin - In Sachsen sind seit Jahresbeginn doppelt so viele Menschen wie in den ersten sieben Monaten des vergangenen Jahres ertrunken. Mindestens 18 waren es demnach bis zum Stichtag 21. Juli, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervorgeht.

Im Juni etwa sind immerhalb weniger Tage vier Menschen im Wasser ums Leben gekommen. Ein junger Mann starb bei einem Badeunfall in einer Dresdner Kiesgrube. Er konnte nur noch leblos in Ufernähe geborgen werden. Ein 74 Jahre alter Mann wurde leblos aus einem Teich in Schneeberg (Erzgebirgskreis) geborgen. Er war schwimmen gegangen und nicht wieder aufgetaucht. Zwei Taucher im Alter von 57 und 69 Jahren kamen im Steinbruchsee Wildschütz im Landkreis Nordsachsen ums Leben. Zu den Gründen ist jedoch bisher nichts bekannt.

Deutschlandweit ging die Zahl der Badetoten hingegen leicht zurück. Ertranken 2020 bis Ende Juli noch 188 Menschen, waren es in diesem Jahr im gleichen Zeitraum 184. Jedoch sind die in den westdeutschen Hochwassergebieten Ertrunkenen kein Teil der aktuellen Zwischenbilanz, da der DLRG dazu bisher noch keine Daten vorlagen.

„Die Zahl der Ertrunkenen ist zumeist sehr wetterabhängig. Das spiegelt sich in den erfassten Zahlen besonders mit Blick auf den Sommer wider“, erklärte DLRG-Präsident Achim Haag in Bezug auf die deutschlandweiten Zahlen. Demnach seien im Juni und Juli vergangenen Jahres mindestens 95, in diesem Jahr mindestens 116 Menschen ertrunken. Laut DLRG sind das rund zwei Drittel aller bisherigen Ertrinkungsfälle des Jahres.

Nach DLRG-Angaben starben mehr als 75 Prozent der Ertrunkenen in Seen und Flüssen. Dort seien in den wenigsten Fällen Rettungsschwimmer im Einsatz. Als Hauptgründe für das Ertrinken führt die DLRG das Baden an unbewachten Abschnitten, Leichtsinn, Selbstüberschätzung und den Einfluss von Alkohol an.