Einzelhandel in MV: „Es ist noch deutlich Luft nach oben“

Nach dem langen Lockdown scharrten die Händler in Mecklenburg-Vorpommern mit den Hufen und hofften, dass mit den Touristen der Umsatz angekurbelt wird. Doch am Wochenende schien auch die Sonne.

Von dpa 08.06.2021, 06:47
Menschen gehen durch die Fußgängerzone.
Menschen gehen durch die Fußgängerzone. Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild

Rostock - Der Einzelhandel in Mecklenburg-Vorpommern kommt langsam auf Touren, doch von Zufriedenheit kann noch keine Rede sein. „Die Erwartungen waren am Wochenende auch nicht sehr nach oben geschraubt. Es ist noch deutlich Luft nach oben“, sagte der Geschäftsführer vom Handelsverband Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz, der Deutschen Presse-Agentur.

Am vergangenen Wochenende durften erstmals wieder Touristen ins Land, sie mussten jedoch eine Übernachtung gebucht haben. Deshalb habe sich ihre Zahl auch noch in Grenzen gehalten. Da das Wetter sehr gut war, waren jedoch viele Gäste lieber an den Stränden als in den Innenstädten. „Damit müssen wir als Kaufleute leben.“

Ein positiver Aspekt sei gewesen, dass die Außengastronomie geöffnet hatte. Das habe geholfen, die Innenstädte nach der langen Durststrecke zu beleben. „Wir hoffen von Woche zu Woche, dass es ein bisschen besser wird“, sagte Teetz. Ein nach wie vor vorhandenes Hemmnis sei die Pflicht zum Maskentragen in den Läden. Bei diesen Temperaturen sei es oft lästig, eine Maske zu tragen.

Für die Händler sei es von zentraler Bedeutung, dass die Innenstädte eine weitere Belebung erfahren. Dazu gehöre es insbesondere, die Kultur mit ihren vielen Events wieder zuzulassen. Es müssten deutlich mehr Veranstaltungen vor allem im Freien angeboten werden, damit die Menschen wieder in die Städte kommen. Dass die Events draußen sind, sei wichtig, damit die Menschen dort keiner Testpflicht unterworfen seien, sagte Teetz.

So könnten Kneipen ihre Veranstaltungen nach draußen verlagern, die Theater auf den Plätzen der Innenstädte spielen. Die Menschen könnten so dazu gebracht werden, sich wieder zu treffen. „Es muss nicht immer das ganz große Besteck sein, die Bandbreite ist groß.“

Wie Teetz weiter sagte, sei jetzt ein Innenstadt-Förderungsprogramm des Landes und der Kommunen dringend geboten. Das würde kurzfristig helfen, die Attraktivität der Innenstädte zu beflügeln.