Erneut kommen Ortskräfte aus Afghanistan nach Brandenburg

Im Rahmen der Rettungsaktion der Bundeswehr kommen zum dritten Mal Schutzsuchende aus Afghanistan in eine Erstaufnahme nach Brandenburg. Eine weitere Aufnahme ist schon in Planung. Die Menschen sollen dort aber nur wenige Tage bleiben.

Von dpa 22.08.2021, 17:15 • Aktualisiert: 22.08.2021, 17:22
Ortskräfte aus Afghanistan gehen am frühen Morgen zu ihrer Unterkunft.
Ortskräfte aus Afghanistan gehen am frühen Morgen zu ihrer Unterkunft. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Doberlug-Kirchhain - In Brandenburg sind am Sonntag 57 weitere Ortskräfte mit Angehörigen aus Afghanistan angekommen. Sie wurden nach Angaben des Innenministeriums ebenfalls in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster untergebracht. Darunter seien 20 Kinder und Jugendliche, sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister. Zuvor waren bereits 59 Menschen aus Afghanistan dorthin gekommen, später kamen acht hinzu. Damit sind bisher 124 Menschen in der Erstaufnahme untergekommen.

Am Sonntagabend wurden dem Ministerium zufolge weitere 57 Menschen aus Afghanistan erwartet. Damit wären insgesamt 181 Menschen im Rahmen der Rettungsaktion der Bundeswehr aus Afghanistan nach Brandenburg gekommen. In den kommenden Tagen soll sich entscheiden, in welche Bundesländer sie kommen. In Doberlug-Kirchhain werden insgesamt 350 Plätze freigehalten.

In den kommenden Tagen sollen die Evakuierten auf andere Bundesländer verteilt werden. „Das wird das Bamf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) Anfang der Woche festlegen“, sagte der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde von Brandenburg, Olaf Jansen, der Deutschen Presse-Agentur. Nach seinen Angaben nahmen oder nehmen bisher Hamburg, Rheinland-Pfalz, Berlin und Brandenburg Ortskräfte auf. Die Rettungsaktion der Bundeswehr war nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban vor wenigen Tagen gestartet.

Der Behördenchef bezeichnete den Gesundheitszustand der vor Sonntag angekommenen Menschen als gut. „Die Kinder haben das insbesondere gut weggesteckt“, sagte Jansen. Mit einigen Erwachsenen führten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sogenannte Entlastungsgespräche, damit sie die Geschehnisse loswerden könnten. „Gesundheitlich sind alle in gutem Zustand.“ Die 67 Evakuierten haben nach seinen Angaben bereits Antigen-Schnelltests gemacht, um eine Corona-Infektion zu prüfen. Die Tests seien alle negativ gewesen, sagte Jansen.

Die Bundesregierung bemüht sich nach Angaben von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit den USA um die Möglichkeit sicherer Ausreisen aus Afghanistan auch in Zukunft. „Unsere Bemühungen richten sich jetzt nicht nur darauf, dass wir diejenigen am Flughafen nach Deutschland kriegen, die jetzt Schutz brauchen“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Sonntag bei einem Wahlkampftermin in Potsdam. „Wir wollen auch erreichen zusammen mit den Amerikanern, dass eine Situation entsteht, wo die künftige Regierung zulässt, dass solche Ausreisen aus Afghanistan auch vielleicht über den zivilen Teil des Flughafens - das wäre das Schönste - zukünftig möglich sind.“