Thüringen

Erntezeit in Thüringens Wäldern bei Beeren und Pilzen

„Ich kenne da eine gute Stelle...“: Beeren- und Pilzsammler geben sich derzeit Tipps, wo eine gute Ernte in Thüringens Wäldern möglich ist. Beim Sammeln darf aber nicht übertrieben werden.

Von dpa
Pilze wachsen an einem Baumstamm.
Pilze wachsen an einem Baumstamm. Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Oberhof - Der bisher feuchte und nicht so heiße Sommer verheißt Pilz- und Beerensammlern in Thüringen ein gutes Jahr. Heidel- und Himbeeren würden vor allem in den Wäldern in den höheren Lagen in diesem Jahr viele Früchte tragen, sagte der Sprecher der Landesforstanstalt, Horst Sproßmann, auf Anfrage. „Es sieht auch nach einer recht guten Pilzsaison im Herbst aus - wenn das Wetter weiterhin mitspielt.“ Thüringen gehört zu den waldreichen Bundesländern - die Wälder umfassen rund 550.000 Hektar der Landesfläche.

„Im Vergleich zur Situation in den letzten Jahren sind die Witterungsbedingungen in diesem Jahr bisher wesentlich günstiger für die Pilzwelt“, sagte Stefan Fischer, Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Mykologie gibt es in Thüringen mehr als 4000 Pilzarten, darunter viele sehr kleine Vertreter. Von den sogenannten Großpilzen seien etwa 190 Arten essbar. Zu den beliebtesten Speisepilzen gehören Steinpilze und Maronen.

Pilze brauchten neben Wasser auch Wärme zum Wachsen, sagte Sproßmann. „Förster haben in den vergangenen Wochen beobachtet, dass die Pilze während sommerlich warmer Tage regelrecht aus dem Boden geschossen sind. Wenn es kühler wurde, zogen sie sich zurück.“

Trotz des guten Angebots dürfen die Waldfrüchte aber nicht in großer Menge geerntet werden. Jeder sei berechtigt, Pilze, Beeren, Zapfen, Nüsse oder Kräuter in geringen Mengen zum eigenen Verbrauch zu sammeln, das regle das Thüringer Waldgesetz, sagte Sproßmann.

Eine Ernte mit speziellen Heidelbeerrechen sei untersagt - wenn dafür nicht die Einwilligung des Waldbesitzers vorliege. Weder Pilze noch Beere könnten eimerweise gesammelt werden. „Die Thüringer sind zum größten Teil geübte Pilzsammler.“ Sie ließen ihnen nicht bekannte Pilze stehen. Das gelte auch für ungenießbare oder giftige Pilze, die ebenfalls wichtig für das Ökosystem seien. Regelverstöße würden eher selten festgestellt. Es gebe aber wahrscheinlich eine Dunkelziffer, sagte Sproßmann.

Bei Saatgut für Baumschulen sei 2021 eher mit einer verhaltenen Ernte zu rechnen. Eichen hätten relativ wenige Eicheln angesetzt, bei der Douglasie gebe es einen Totalausfall, sagte der Forstfachmann. Aussichtsreich sei dagegen die Ernte von Zapfen der Weißtanne.