Evangelische Kirche entschuldigt sich bei Queer-Community

Von dpa

Berlin - Für jahrelange Ausgrenzung und Diskriminierung queerer Menschen hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz um Vergebung gebeten. Als homosexuell bezeichnete Menschen seien ausgegrenzt und diskriminiert worden, heißt es in einem am Freitag in Berlin am Vorabend des Christopher Street Days verbreiteten Text. „Wir benennen mit dieser Erklärung öffentlich, dass Entscheidungen Irrtümer waren und Verletzungen und Verwundungen bewirkten“, so die von Bischof Christian Stäblein unterschriebene Erklärung.

In der Vergangenheit gab es immer wieder auch führende Kirchenvertreter, die für Ausgrenzung und Diskriminierung um Vergebung gebeten haben. Den Angaben der Landeskirche zufolge tut dies nun erstmals eine Kirchenleitung

„Obwohl es auch ein Ringen um theologische Klarheit und um die Aufhebung von Ungleichbehandlung gab, haben in den Kirchenleitungen der vergangenen Jahrzehnte Verantwortliche Diskriminierung an queeren Menschen geschehen lassen, vor allem aber ausgeübt“, heißt es. Queere Menschen seien mit Befragungen konfrontiert worden, seien gekündigt oder aus dem Dienst entfernt worden. „Gemeindeglieder, die in gleichgeschlechtlichen Liebesbeziehungen lebten, mussten schmerzlich erfahren, dass ihnen Respekt und Anerkennung verweigert wurden.“ Befördert worden sei dies durch eine Theologie, die queeren Menschen eine Gottebenbildlichkeit abgesprochen oder diese in Frage gestellt habe.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist eine von 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ende 2020 waren gut 890.000 Menschen in Berlin, Brandenburg und Sachsen Mitglied.