Ex-Pflegeheimbetreiberin aus Krakow erneut verurteilt

Von dpa
Eine Figur „Justitia“ steht auf einem Schreibtisch.
Eine Figur „Justitia“ steht auf einem Schreibtisch. picture alliance / dpa

Güstrow/Krakow am See - Eine frühere Pflegeheimbetreiberin aus Krakow am See (Landkreis Rostock), die bereits wegen Freiheitsberaubung verurteilt wurde, ist erneut verurteilt worden. Das Amtsgericht Güstrow verhängte eine Geldstrafe von 3600 Euro wegen Betrugs, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Als Inhaberin eines Sanitätshauses soll die 34-Jährige Spezialhosen im Wert von 1000 Euro bei der Krankenkasse abgerechnet haben, die die angegebene Kundin aber nie erhalten habe. Auch die 1000 Euro seien zusätzlich zur Geldstrafe eingezogen worden.

Bekannt wurde die Verurteilte, weil sie bis 2016 in Krakow am See (Landkreis Rostock) zwei Pflegeheime betrieben hatte, in denen nach Überzeugung des Gerichts katastrophale Zustände herrschten. Zeugen hatten im Prozess 2019 berichtet, wie sie eine halb verdurstete Patientin in der Einrichtung gefunden hatten. Zeitweise seien Bewohner eingesperrt gewesen.

2019 war die Betreiberin deshalb wegen Freiheitsberaubung in neun Fällen, Misshandlung von Schutzbefohlenen und Betrugs zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie hatte im Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen, gegen das Urteil legte sie Berufung ein, es ist deshalb noch nicht rechtskräftig.

Die nun verhandelte Tat stammt auch aus dieser Zeit, war zum Zeitpunkt des Pflegeheim-Prozesses aber noch nicht ausermittelt, wie ein Gerichtssprecher sagte.