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Finanzsenator verteidigt Wohnungsdeal: „Guter Vertrag“

Von dpa
Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator, spricht auf einer Pressekonferenz.
Matthias Kollatz (SPD), Finanzsenator, spricht auf einer Pressekonferenz. Jörg Carstensen/dpa/Archiv

Berlin - Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz hat den vom Berliner Senat geplanten Ankauf von 14.750 Wohnungen der Konzerne Vonovia und Deutsche Wohnen verteidigt. „Es ist kein schlechter Deal, sondern es ist ein guter Vertrag“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Er ist vor allem gut für die Mieter, da gesichert ist, dass ihre Wohnungen dauerhaft im preisgünstigen Segment liegen.“

Kollatz verwies darauf, dass es selten eine Chance gebe, derart große Bestände in kommunale Hand zu bekommen. „Es ist also auch ein guter Vertrag, weil es gelungen ist, eine solche Menge an Wohnungen zum Ertragswert zu kaufen.“ Der Ertragswert ist niedriger als der Marktwert und orientiert sich an den Mieteinnahmen.

Der Wohnungsdeal, der unter anderem im Abgeordnetenhaus durchaus auch kritisch gesehen wird, ist der größte dieser Art seit langem in der Hauptstadt. In den kommenden Tagen soll alles unter Dach und Fach sein. Dem Vernehmen kosten die Wohnungen, deren genaue Lage und Zustand der Öffentlichkeit noch nicht bekannt sind, zusammen 2,4 Milliarden Euro. Drei kommunale Wohnungsgesellschaften kaufen sie an und finanzieren das mit Krediten. Dass dies ihre Neubaupläne ausbremst, wie etwa Linke oder FDP im Abgeordnetenhaus befürchten, sieht Kollatz nach eigenen Worten nicht.

Der Senator verwies zudem darauf, dass Berlin in der seit 2016 laufenden Legislaturperiode bislang 20.900 Wohnungen kommunalisiert habe - nun kämen weitere 14.750 dazu. „Damit haben wir gut 35.000 Wohnungen angekauft.“ Eine solche Anzahl habe zu Anfang der Legislaturperiode wohl kaum jemand für möglich gehalten. Das sei ein Erfolg für den Senat.

Aktuell bewirtschaften die kommunalen Gesellschaften in Berlin rund 340.000 Wohnungen, also ein Fünftel der rund 1,67 Millionen Mietwohnungen in der Stadt. Strategie des rot-rot-grünen Senats ist es, die kommunalen Bestände neben dem Neubau durch Ankäufe zu der erweitern, um für die Bewohner langfristig bezahlbare Mieten sicherzustellen und mehr Einfluss auf den gesamten Mietenmarkt zu gewinnen.