Folgen der Grundschleppnetz-Fischerei werden untersucht

Mit Grundschleppnetzen werden bodennah lebende Fische wie Scholle oder Seezunge gefangen. Welche Schäden diese schweren Netze an den Böden verursachen, ist weitgehend unbekannt.

Von dpa 01.06.2021, 11:46 • Aktualisiert: 01.06.2021, 11:56
Das Forschungsschiff des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung, die „Elisabeth Mann Borgese“ fährt in den Hafen von Sassnitz ein.
Das Forschungsschiff des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung, die „Elisabeth Mann Borgese“ fährt in den Hafen von Sassnitz ein. Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Rostock - Mit den Folgen der Grundschleppnetz-Fischerei in Ostsee-Meeresschutzgebieten befasst sich eine zweiwöchige Schiffsexpedition, die am Mittwoch beginnt. Dann wird das Forschungsschiff des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), „Elisabeth Mann Borgese“, von Rostock aus in Richtung der Schutzgebiete im Fehmarnbelt und der Oderbank aufbrechen, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Ziel der Fahrt sei eine Bestandsaufnahme der Beschaffenheit des Meeresgrundes, die neben geophysikalischen und geochemischen Eigenschaften auch das gesamte bodennahe Nahrungsnetz umfasst - von Bakterien bis zu den dort lebenden Fischen.

Wie der IOW-Meeresbiologe Klaus Jürgens sagte, sollen mit der Einrichtung von Meeresschutzgebieten in Nord- und Ostsee besondere Lebensräume und deren vielfältige Lebensgemeinschaften geschützt werden. „Dennoch findet hier noch Fischerei statt, auch mit Grundschleppnetzen zum Fang von bodennah lebenden Fischen wie Schollen, Seezungen und Dorschen.“ Je nach Intensität und Fanggerät führe dies zu Schäden am Meeresboden. Dabei sei unbekannt, welchen Einfluss das auf Lebensräume wie Sandbänke, Riffe und Muschelbänke hat.

Diese Lebensräume samt ihren Bewohnern übernähmen viele Funktionen im Ökosystem, die auch für den Menschen äußerst wertvoll sind. „Sie liefern Nahrung für Fischbestände oder arbeiteten als „Kläranlage“, die dem Wasser überschüssige Nährstoffe, organische Substanzen und Schadstoffe entziehen“, sagte Jürgens. Es gebe nun die Chance zu dokumentieren, wie sich der Ausschluss der grundberührenden Fischerei auf den Meeresboden in den Schutzgebieten auswirkt.

In den vergangenen Monaten hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace bereits auf Gefahren durch das Fischen mit Grundschleppnetzen aufmerksam gemacht. Dazu wurden große Steine in Ostsee-Schutzgebieten versenkt.