Förderung: Pflanzenvielfalt in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Von dpa
Kamille wächst auf einem Gartengelände.
Kamille wächst auf einem Gartengelände. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Berlin - Selten gewordene Spätblüher wie die Graue Skabiose (Scabiosa canescens) sollen jetzt in Sachsen-Anhalt und Thüringen durch gezielten Artenschutz gerettet werden. Wie das Bundesumweltministerium am Freitag in Berlin mitteilte, wird dazu ein Projekt der Hochschule Anhalt über das Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert. „Arten wie die Graue Skabiose gehören zur natürlichen Pflanzenvielfalt in Mitteldeutschland. Diese Art kommt weltweit vorwiegend bei uns in Deutschland vor. Daher tragen wir für ihren Erhalt eine besondere Verantwortung“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Nach Angaben des Ministeriums sind Spätblüher mittlerweile selbst in ihrem Hauptverbreitungsgebiet in Mitteldeutschland selten geworden und mancherorts akut gefährdet. Deshalb sollen sie nun durch gezielte Artenschutzmaßnahmen und die Wiederherstellung geeigneter Standortbedingungen bewahrt werden. Die Graue Skabiose ist ein Kardengewächs und kommt vor allem auf Trockenrasen vor, wo es violette Farbtupfer setzt und gerade im Spätsommer ein wichtiger Nektar- und Pollenspender für Insekten ist, hieß es. Nun sollen die Bestände zum Beispiel durch gezielte Ansaat wieder vergrößert werden.

Das Projekt soll aber nicht nur der Grauen Skabiose zugute kommen. Auch gefährdete Pflanzenarten wie die Trauben-Graslilie, der Stängellose Tragant und das Zierliche Brillenschötchen profitieren davon, hieß es. Um die Graue Skabiose und andere Arten dauerhaft besser zu schützen, soll ein über das Ende der Projektlaufzeit 2026 hinauswirkendes Netzwerk entstehen. Das Programm Biologische Vielfalt wird vom Bundesamt für Naturschutz umgesetzt.