Forscherin: Neiddebatten nach Schließungen von Kitas

Von dpa
Corona-Selbsttests liegen in einer Spielzeugkiste in einer Kindertagesstätte.
Corona-Selbsttests liegen in einer Spielzeugkiste in einer Kindertagesstätte. Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Erfurt - Die in der Corona-Pandemie angeordnete Schließung von Kindergärten hat nach Einschätzung der Erfurter Erziehungswissenschaftlerin Barbara Lochner das Klima in vielen Einrichtungen verschlechtert. Die Frage, wer trotz geschlossener Kitas sein Kind in die Notbetreuung bringen durfte, habe immer wieder zu Neiddebatten unter den Eltern geführt, sagte Lochner am Donnerstag in Erfurt bei einer Online-Veranstaltung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege.

Es sei sehr genau geschaut worden, „welche Eltern bringen ihre Kinder eigentlich und warum“. Lochner ist Professorin für Pädagogik der Kindheit an der Fachhochschule Erfurt. Diese Neiddebatten hätten auch zur Stigmatisierung von Eltern geführt, die ihre Kinder in die Notbetreuung gaben, ohne in einem systemrelevanten Beruf beschäftigt zu sein. Dass sei etwa dann der Fall gewesen, wenn sie die Betreuung der Kinder etwa aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen nicht ohne Notbetreuung hätten sicherstellen können.