Forstanstalt: Trotz Regens keine Entwarnung für Wälder

Drei trockene Jahre und der Borkenkäfer haben Thüringens Wäldern zugesetzt. Wie groß die Schäden sind und welche Ursache sie haben, ermitteln Forstfachleute jedes Jahr. Darauf bereiten sie sich derzeit vor.

Von dpa 07.07.2021, 05:39
Vom Borkenkäfer befallene Fichten stehen in einem Waldstück.
Vom Borkenkäfer befallene Fichten stehen in einem Waldstück. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Erfurt/Gotha - Nach einem feuchten Frühjahr und den Regenfällen in den ersten Sommerwochen hat sich die Wasserversorgung der Thüringer Wälder verbessert. Die Feuchte der Waldböden sei derzeit stabil, sagte der Sprecher der Landesforstanstalt, Horst Sproßmann, auf Anfrage. „In Teilen Ostthüringens und der Region um Artern haben wir aber weiterhin eine Unterversorgung mit Wasser.“ Nach drei trockenen Jahren könne noch keine Entwarnung für die geschädigten Wälder gegeben werden.

Aufschluss über ihren Zustand werde der nächste Waldzustandsbericht im Spätherbst geben. Auf die Erhebung der Daten wollten sich am Mittwoch Forstfachleute bei einer Schulung bei Gotha vorbereiten. 2020 wurden nur noch 15 Prozent der Bäume als gesund eingeschätzt.

Thüringen gehört zu den waldreichen Bundesländern - die Wälder umfassen rund 550.000 Hektar der Landesfläche. Seit 2018 haben Trockenheit und Borkenkäfer vor allem Fichten und Buchen zusetzt - für 2020 war eine Schadholzmenge von rund 5,7 Millionen Festmetern prognostiziert.

Nach Angaben von Sproßmann wird erwartet, dass sich die bessere Wasserversorgung in der ersten Hälfte dieses Jahres positiv auf die Vitalität der Wälder auswirkt. „Sie werden sich aber nur langsam von drei Dürrejahren erholen können.“

Weiterhin eine Gefahr sei der Borkenkäfer. Er sei zwar relativ spät im Mai gestartet. Damit sei seine Vermehrungszeit eingeschränkt auf maximal drei Generationen. „Er ist aber bei den aktuellen Temperaturen hochaktiv.“ Befallene Bäume müssten geschlagen und möglichst schnell aus dem Wald gebracht werden, sagte der Sprecher der Landesforstanstalt.

Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha erhebt jährlich die Daten für den Waldzustandsbericht. Bei der Schulung wird an Bäumen die Bewertung der Baumkronen geübt. Dabei gehe es auch um die Gründe für lichte Kronen - wie Pilz- oder Käferbefall, Trockenheit, aber auch Belastungen durch Schadstoffe. Allein die Landesforstanstalt bewirtschafte rund 200.000 Hektar Wald. Sie beschäftigt knapp 1300 Mitarbeiter.