Fotos von Holocaust-Überlebenden auf Bahnhöfen

Von dpa
Luigi Toscano und Margot Friedländer sprechen bei der Ausstellung "Gegen das Vergessen".
Luigi Toscano und Margot Friedländer sprechen bei der Ausstellung "Gegen das Vergessen". Christophe Gateau/dpa

Berlin - Großflächige Fotos von Holocaust-Überlebenden werden in den kommenden Monaten auf deutschen Bahnhöfen zu sehen sein. Mit der Wanderausstellung der 15 Porträts des Fotografen Luigi Toscano wolle die Bahn an die Verfolgung und das Leid der NS-Opfer erinnern und ein Zeichen für Toleranz, Demokratie und Offenheit setzen, sagte Bahnchef Richard Lutz am Dienstag auf dem Berliner Hauptbahnhof.

Auf den Bahnhöfen, wo sich Menschen aus allen Nationen, Religionen und Kulturen treffen, wolle die Bahn damit auch mahnen, dass sich die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals wiederholen dürften. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte, die Bilder seien an den Bahnhöfen am richtigen Platz - „nicht nur, weil es Bahnhöfe waren, an denen für Millionen jüdischer Frauen, Männer und Kinder der Weg in den Tod begann“. An den Bahnhöfen seien diese Menschen „mitten im Leben“ zu sehen.

Der deutsch-italienische Fotograf hat für sein Projekt „Gegen das Vergessen“ mehr als 400 Holocaust-Überlebende fotografiert. Rund eine Million Menschen haben seine Fotos weltweit bereits gesehen, unter anderem in Pittsburgh, Kiew, New York, Washington und San Francisco.

Die 15 Porträts werden nach Berlin (bis 2. Juli) in den Hauptbahnhöfen von Wiesbaden (5.-14. Juli), München (17.-26. Juli), Nürnberg (29. Juli-7. August), Karlsruhe (10.-19. August), Köln (22.-31. August), Braunschweig (3.-12. September) und Dresden (15.-24. September) gezeigt. Im kommenden Jahr folgen zwölf weitere Bahnhöfe.