Bei Sprengung

Frau durch Steinflug bei Gipsabbau im Südharz verletzt

In einem Tagebau  wird Gips abgebaut. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
In einem Tagebau  wird Gips abgebaut. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild ZB

Osterode/dpa - Bei einer Sprengung in einem Gipstagebau im Südharz ist eine Frau verletzt worden. Wie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitteilte, beschädigte bei Sprengarbeiten ein zehn Zentimeter großer Stein die Hauswand und Fensterscheibe des Nachbargebäudes in Osterode am Harz (Landkreis Göttingen). Die Mitarbeiterin in einer Firma, die direkt am Fenster gesessen hatte, wurde am Montagmittag zur weiteren Beobachtungen in ein Krankenhaus gebracht.

Das Bergbauunternehmen hatte den Vorfall dem LBEG in Hannover als zuständiger Aufsichtsbehörde gemeldet. Sie schaltete einen Sachverständigen ein und untersagte in Abstimmung mit der Polizei weitere Sprengungen in dem Anhydritbruch, bis die Ursache für den Steinflug geklärt ist.

Diskussion über Gipsabbau im Südharz geht weiter

Der Gipsabbau im Südharz soll ausgeweitet werden, was umstritten ist. Zuletzt hatten die Grünen im Landtag kritisiert, dass weitere 30 Hektar freigegeben werden sollen. Auch die Naturschutzorganisation BUND forderte die Landesregierung auf, die Ausweitung zu stoppen. Die Südharzer Gipskarstlandschaft sei wichtig für die Artenvielfalt.

Vor allem im Trocken- und Leichtbau, etwa für Trennwände und abgehängte Decken, findet Gips Verwendung. Die Mehrheit der jährlich in Deutschland benötigten etwa zehn Millionen Tonnen Gips stammen aus Abbaugebieten im Südharz, also aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.