Früheres Majorel-Call-Center nun Teil von regiocom

Von dpa

Stralsund - Das bislang zur Bertelsmann-Tochter Majorel gehörende und von Schließung bedrohte Call-Center in Stralsund hat einen neuen Besitzer. Mit Wirkung vom 1. Juli seien die rund 300 Mitarbeiter von der snt-regiocom Customer Care SE übernommen worden, teilte die in Magdeburg ansässige Unternehmensgruppe am Donnerstag mit. Der künftige Aufgabenbereich des Servicecenters umfasse Vertragsfragen und Bestellabwicklungen in den Bereichen Telekommunikation und Handel.

„Mit der Mannschaft in der Hansestadt haben wir ein weiteres erfahrenes Team hinzugewonnen, das uns auf unserem Wachstumskurs unterstützen wird“, sagte der geschäftsführende Direktor von snt-regiocom, Dirk Moritz, anlässlich der Neueröffnung. Stralsund sei der fünfte Standort, der seit 2020 in die Firmengruppe integriert werde. In den kommenden Monaten werde weiter investiert, in die Modernisierung der Technik und in die Weiterbildung der Mitarbeiter.

Das 1996 in Sachsen-Anhalt als Drei-Mann-Start-up gegründete Kundenservice-Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben nunmehr rund 5500 Mitarbeiter an 23 Standorten. Der Firmenverbund betreue Millionen Kunden in den Wirtschaftsbereichen Energie, Telekommunikation, Verkehr und Handel, hieß es.

Majorel hatte angekündigt, zum Jahresende seine Call-Center in Stralsund, Neubrandenburg und Schwerin zu schließen. Damit mussten rund 1000 Beschäftigte um ihre Jobs bangen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Schwerin, das sich in Gesprächen mit der Bertelsmann-Tochter erfolglos für eine Fortführung eingesetzt hatte, gibt es Übernahmeangebote auch für Mitarbeiter der anderen beiden Standorte.

Majorel, früher Arvato, hatte die bevorstehenden Schließungen damit begründet, dass die betroffenen Standorte seit längerem rote Zahlen schrieben. Betroffen ist auch ein Call-Center im sächsischen Chemnitz. Das Call-Center in Rostock mit 450 Mitarbeitern bleibt Majorel zufolge bestehen.