Garg von Ankündigung zu Astrazeneca etwas überrascht

Von dpa 02.07.2021, 15:44
Heiner Garg (FDP) spricht auf einer Pressekonferenz.
Heiner Garg (FDP) spricht auf einer Pressekonferenz. Christian Charisius/dpa/Archivbild

Kiel - Schleswig-Holsteiner können sich in den Impfzentren nach Erstimpfung mit Astrazeneca bei der Zweitimpfung ab sofort Biontech/Pfizer oder Moderna geben lassen. „Selbstverständlich wird Schleswig-Holstein - wie 15 andere Bundesländer - die Empfehlung der ständigen Impfkommission umsetzen“, sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Freitag in Kiel. Die Ankündigung vom Donnerstag habe ihn aber „ein wenig überrascht“.

Die Impfkommission hatte zuvor mitgeteilt, dass Menschen, die eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca erhalten haben, künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen. In den Impfzentren in Schleswig-Holstein betrifft das etwa 20.000 Menschen, deren Zweitimpfung in den kommenden beiden Wochen ansteht. „Diese Termine können wie geplant wahrgenommen werden“, sagte Garg. Sie erhalten dann einen mRNA-Impfstoff oder auch Astrazeneca - wenn sie dies wünschen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in den Arztpraxen deutlich mehr Astrazeneca-Impfungen vorgenommen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bereits ausreichend Impfstoff für die Umsetzung der Astrazeneca-Empfehlung zugesichert. Garg betonte, bei der Kreuzimpfung mit Astrazeneca sowie Biontech/Moderna gebe es eine stärkere Immunantwort. Wer jedoch bereits zweimal mit Astrazeneca geimpft wurde, sei deshalb nicht schlechter geschützt.

Das Land plant im Juli in den Impfzentren weitere offene Impfangebote mit Astrazeneca und auch mit dem Mittel von Johnson & Johnson. Zudem können sich Studierende damit in den kommenden beiden Wochen von mobilen Teams an mehreren Hochschulen mit beiden Mitteln impfen lassen. „Es ist gut, dass wir schon zum Ende der Vorlesungszeit erste Impftermine an den Hochschulen anbieten können“, sagte Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU). Anfang der Woche sollen die Hochschulen über die Impftermine informieren.