Gegenwartskunst im Güterbahnhof: „Begehungen“ in Chemnitz

Von dpa 10.08.2021, 15:16 • Aktualisiert: 12.08.2021, 00:13

Chemnitz - Von Malerei und Skulptur über Videokunst und Soundcollagen bis zur Hologramm-Performance reicht das Spektrum der gezeigten Werke beim 18. Chemnitzer Kunstfestival „Begehungen“. Insgesamt 20 Positionen zum Thema „Leerzeit“ aus dem In- und Ausland machen von Donnerstag bis Sonntag einen ehemaligen Güterbahnhof zum Ort der Gegenwartskunst auf Zeit. Sie entstanden im Zuge von sieben vierwöchigen Residenzen oder wurden von 13 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland eingesandt, wie die Vorsitzende des Trägervereins und Kuratorin Luise Grudzinski am Dienstag sagte. Die meisten Arbeiten sind in der Halle, weitere auf dem Gelände zu sehen - und zwei nur digital präsent.

Im Fokus der diesjährigen Ausgabe steht die Auseinandersetzung mit dem Stillstand aufgrund der Corona-Pandemie, der die Kunst- und Kreativszene hart trifft. Die unverschuldete Unproduktivität passe nicht zuletzt auch zum Ausstellungsort, einem „Symbol der Leerzeit“, sagte Grudzinsky. Neu sind zwei Remote-Residenzen abseits von Chemnitz: Olek (Agata Oleksiak) schuf in New York eine Strickarbeit, die per VR-Brille sichtbar gemacht wird. Und die Eröffnungsperformance von Nicola Dales kommt als Hologramm aus Michigan (USA).

Das Festival präsentiert seit 2003 jährlich an wechselnden Orten und mit verschiedenem Fokus Gegenwartskunst. Mit mehr als 30 Veranstaltungen vom Podium bis zum Konzert wird diesmal der vor zwei Jahrzehnten stillgelegte Güterbahnhof bespielt, bevor er neu bebaut werden soll. Er ging 1903 in Betrieb, der genau 100 Jahre später eingestellt wurde. Er war einst Drehkreuz für Fabriken im Norden der Stadt.