Kriminalität

Geheimsache „Prunus“: Ermittler benennen sich nach Tattoo

Von dpa 02.09.2021, 14:57
„Polizei“ steht auf der Uniform eines Polizisten.
„Polizei“ steht auf der Uniform eines Polizisten. Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild

Duisburg - Die Ermittler im Fall eines nach sieben Jahren aufgelösten Rockermords in Nordrhein-Westfalen haben ihre Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Prunus“ getauft, um auch intern diskret arbeiten zu können. Prunus - der lateinische Name für eine Zierkirsche - wurde nach dpa-Informationen gewählt, weil das Mordopfer (32) eine entsprechende Tätowierung auf seinem Arm hatte.

Das abgetrennte Körperteil war im Februar 2014 im Rhein bei Duisburg entdeckt worden. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Donnerstag, dass der kryptische Name Prunus bewusst gewählt worden ist, um keinen Zusammenhang mit dem Mord an „Hells Angels“-Anhänger Kai M. herstellen zu können.

Sieben Jahre nach dem Mord hat die Polizei bei einer Großrazzia am Donnerstagmorgen Bandenmitglieder festgenommen und Beweismittel beschlagnahmt. Bei dem gleichzeitigen Zugriff in neun NRW-Städten mit insgesamt 900 Beamten wurden zwei Haftbefehle vollstreckt und fünf weitere Rocker festgenommen. Die Täter sollen Kai M. laut Polizei erschossen und zerstückelt haben, weil sie ihn für einen Verräter hielten.