Gewalt gegen Polizisten in Brandenburg leicht gestiegen

Innenminister Stübgen beklagt für Brandenburg eine steigende Verrohung der Gesellschaft. Er zieht Bilanz über die Gewalt gegen Polizisten in den ersten sechs Monaten.

Von dpa
Ein Schild mit dem Schriftzug "Polizei" hängt an einer Polizeiwache.
Ein Schild mit dem Schriftzug "Polizei" hängt an einer Polizeiwache. Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Potsdam - Die Fälle von Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten haben in Brandenburg im ersten Halbjahr dieses Jahres leicht zugenommen. Von Januar bis Juni gab es nach Informationen des Innenministeriums 587 Straftaten. Das seien im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres drei Taten mehr. Die häufigsten Delikte seien Widerstand gegen Polizeibedienstete oder ein tätlicher Angriff auf sie mit insgesamt 505 Fällen, gefolgt von Bedrohung mit 38 Fällen und Nötigung mit 20 Fällen.

Innenminister Michael Stübgen (CDU) verurteilte die Straftaten gegen Polizisten. „Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 sind keine gravierenden Veränderungen in der Art der Straftaten festzustellen“, sagte Stübgen. „Was wir allerdings feststellen, ist eine zunehmende Verrohung der Gesellschaft: Diejenigen, die sich für den Schutz der Bevölkerung einsetzen, werden selbst zu Opfern von Gewalt.“ Rein rechnerisch habe es bisher jeden Tag etwa drei Straftaten gegen Bedienstete der Polizei gegeben. „Das ist nicht tolerierbar und dem muss mit der vollen Härte des Rechtsstaates begegnet werden.“

Im gesamten vergangenen Jahr war die Gewalt gegen Polizisten im Vergleich zu 2019 leicht zurückgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden 1158 Fälle im Jahr 2020 gezählt, 98 Fälle weniger als 2019. Als Opfer registrierte das Ministerium 2085 Polizistinnen und Polizisten, das waren 71 weniger als im Jahr zuvor.