Mecklenburg-Vorpommern

Glawe gegen Strafen für das Schwänzen von Impfterminen

Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat sich gegen Strafzahlungen für nicht wahrgenommene Impftermine ausgesprochen.

Von dpa
Harry Glawe (CDU), Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern.
Harry Glawe (CDU), Gesundheitsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Schwerin/Berlin (dpa/mv) - Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat sich gegen Strafzahlungen für nicht wahrgenommene Impftermine ausgesprochen. Finanzielle Strafen seien zum jetzigen Zeitpunkt wenig zielführend, sagte Glawe am Sonntag NDR 1 Radio MV. Das Land wolle stärker für eine Impfung gegen das Coronavirus werben. Wer einen Impftermin nicht wahrnehmen könne, solle diesen absagen.

Vertreter von SPD und Union hatten derlei Sanktionen zuvor befürwortet. „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der „Bild am Sonntag“. Er sei selbst Impfarzt und kenne das Problem der ausgefallenen Termine. In den ARD-„Tagesthemen“ fügte Lauterbach hinzu, es handele sich nicht um ein Kavaliersdelikt.

Der Vize der Unions-Fraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), sagte, Impftermine verfallen zu lassen, sei nicht nur rücksichtslos, sondern ein Schlag ins Gesicht all derer, die derzeit noch auf den knappen Impfstoff warteten. „Wer nur zu bequem ist, zum Hörer zu greifen oder mit wenigen Klicks einen Termin abzusagen, sollte für die angefallenen Ausfallkosten aufkommen müssen.“ Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), Mario Czaja, hatte die Debatte angestoßen und Bußgelder von 25 bis 30 Euro vorgeschlagen. Seinen Angaben zufolge werden in Berliner Impfzentren inzwischen fünf bis zehn Prozent der Termine nicht wahrgenommen.