Grünen sehen bei Bau der Tesla-Fabrik kein Wasserproblem

Von dpa
Ein Verkehrsschild „Wasser-Schutzgebiet“ steht an der Zufahrt zum Baugelände der Tesla Gigafactory.
Ein Verkehrsschild „Wasser-Schutzgebiet“ steht an der Zufahrt zum Baugelände der Tesla Gigafactory. Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/archivbild

Potsdam - Führende Grünen-Politiker sind Befürchtungen von Umweltverbänden entgegengetreten, der Bau der Tesla-Fabrik würde zu einem Wasserproblem in der Region führen. „Ich habe mich da erkundigt. Die Wassermenge, die benötigt wird - das wird optimiert und das ist darstellbar“, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter nach einem Besuch der Baustelle des Elektroautobauers in Grünheide bei Berlin. Man dürfe eines nicht vergessen: Der Genehmigungsprozess laufe sauber, vernünftig nach Recht und Gesetz. Deshalb sei er optimistisch, dass das funktionieren werde, so Hofreiter. Es gebe manche Umweltverbände, die extrem kritisch darauf blickten. Diese würden aber auch Sorgen der Anwohner mit vertreten.

Ähnlich äußerte sich Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. Der Politiker bewirbt sich wie die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock in Brandenburg um ein Direktmandat. Er habe großes Vertrauen in die Landesregierung, dass nach Recht und Gesetz gehandelt werde, sagte Kellner nach der Besichtigung der Baustelle. Durch die Gerichtsentscheidungen, die es bisher zu Tesla gab, sei das bestätigt worden. Er habe volles Zutrauen in die Behörden in Brandenburg.

Im Tesla-Antrag im laufenden Hauptgenehmigungsverfahren für die erste Ausbaustufe der Fabrik ist ein maximaler Jahreswasserverbrauch von 1,423 Millionen Kubikmetern für die Auto- und Batteriefabrik vorgesehen.

Kritiker befürchten negative Folgen durch die Fabrik für die Umwelt und haben mehrfach gegen Vorab-Teilgenehmigungen geklagt. Die Wassertafel Berlin-Brandenburg ist der Ansicht, dass die Ansiedlung das Trinkwasser und die natürlichen Ressourcen gefährdet.

Umweltverbände wie die Grüne Liga halten etwa das Niederschlagswasserkonzept für nicht ausreichend, weil Extremwettersituationen wie etwa ein 100-jähriges Regenereignis sich noch nicht in den aktuellen Genehmigungsunterlagen wiederfänden. Beim letzten Erörterungstermin im vergangenen September war das eine Forderung der Umweltverbände, des Wasserverbandes Strausberg-Erkner und der unteren Wasserbehörde gewesen.

Bei einem Besuch auf der Baustelle Mitte August hatte Tesla-Chef Elon Musk ein Wasserproblem zurückgewiesen. „Diese Region hat so viel Wasser. Sehen Sie sich um!“, sagte er lachend auf eine Frage in Grünheide. „Es ist hier überall Wasser. (...) Es regnet viel.“

Das US-Unternehmen will in der sogenannten Gigafactory nahe dem Flughafen künftig rund 500.000 Autos im Jahr bauen. Tesla plant dort auch eine Batteriefabrik. Bisher steht die umweltrechtliche Genehmigung für das Werk durch das Land Brandenburg aber noch aus. Gebaut wird deshalb über vorzeitige Zulassungen.