Hamburg: CDU-Landesvorstand geschlossen gegen Gendersprache

Von dpa
Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß spricht im Bundestag.
Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß spricht im Bundestag. Christophe Gateau/dpa/archivbild

Hamburg - Nach seinem Vorsitzenden macht sich auch der gesamte Hamburger CDU-Landesvorstand für ein Verbot der Gendersprache in staatlichen Institutionen stark. „Die Hamburger CDU spricht sich dafür aus, dass in allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen keine grammatisch falsche Gender-Sprache verwendet wird“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten einstimmigen Beschluss des Parteiführungsgremiums vom Vorabend. Auch dürfe es keine Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen geben, die keine gendergerechte Sprache verwenden möchten.

Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß hatte sich bereits am Pfingstwochenende entsprechend in einem Interview geäußert. Am Mittwoch betonte er, dass Sprache „einen und zusammenführen“ und nicht ausschließen müsse. Der Gendersprache liege aber „ein Weltbild zugrunde, das die Gesellschaft nicht als Ganzes sieht, sondern sie nach Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und weiteren Merkmalen in Gruppen einteilt“, so Ploß. „Statt für ideologische und grammatisch falsche Gender-Sprache setzen wir uns als CDU für echte Gleichberechtigung ein.“

In Deutschland halten 65 Prozent der Bevölkerung einer aktuellen Umfrage zufolge nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter in der Sprache. Die Befragung hatte Infratest Dimap Mitte Mai für „Welt am Sonntag“ erhoben. Gegner des Genderns lehnen etwa Formulierungen wie „Zuhörende“ statt „Zuhörer“ und die Nutzung des großen Binnen-Is („WählerInnen“) in der Schriftsprache ebenso ab wie eine Kunstpause vor der zweiten Worthälfte („Pendler_innen“) in der gesprochenen Sprache.