ObdachlosigkeitHannover: Mehr Angebote für Obdachlose und Drogensüchtige

Von dpa Aktualisiert: 25.01.2023, 22:09
Sylvia Bruns (FDP) spricht.
Sylvia Bruns (FDP) spricht. Ole Spata/dpa/Archivbild

Hannover - Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover sucht nach Lösungen für die Drogenszene und obdachlose Menschen rund um den Hauptbahnhof. Dort sollten neue Angebote eingerichtet werden, teilte die Stadt am Dienstag mit. So sollten die städtische Straßensozialarbeit für die Suchthilfe um vier Stellen erweitert, ein Konsumraum für Cracksüchtige und eine neue Unterkunft eingerichtet sowie die medizinische Versorgung ausgebaut werden. Auf diese Weise sollten auch die bahnhofsnahen Plätze attraktiver werden. „Wir tun alles, damit eine möglichst gute Teilhabe am Leben in Hannover möglich ist“, betonte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.

Klar sei, dass obdachlose Menschen Teil der Stadtgesellschaft seien - und „es auch bleiben“, sagte Bruns. Die Bauarbeiten für die Unterkunft sollten im Sommer beginnen. Darüber hinaus gebe es einen neuen Tagesaufenthalt, der in Kürze starten solle. Dieser liege in unmittelbarer Nähe der Notschlafstelle Alter Flughafen, habe eine Fläche von knapp 1400 Quadratmetern und biete Platz für bis zu hundert obdachlose Menschen. Diese könnten sich dort aufwärmen, warmes Essen zubereiten oder mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sprechen.

Erweitert werden müssten Angebote der Suchthilfe: Dazu zähle eine Einrichtung mit einer Bettenkapazität für etwa 50 Menschen mit einer Substitutionsambulanz. Diese sei notwendig, weil derzeit sämtliche Angebote der Suchthilfe ausgelastet seien. Auch der Ausbau der Diamorphinambulanz auf 150 Plätze sei geplant.

Die neuen Stellen für die Straßensozialarbeit sollten eine Lücke schließen: Die Begleitung durch mehrere Angebote, etwa von der Entgiftung über eine Therapie zu einem Übernachtungsangebot. Häufig gelinge der erste Schritt, danach fehle eine kontinuierliche Begleitung. Die neuen Stellen werden den Angaben zufolge durch „verwaltungsinterne Umplanungen“ finanziert, zusätzlichen Kosten sollten nicht entstehen. Als Konsumraum für Crack-Konsumenten soll den Angaben zufolge im Laufe des Jahres ein Container aufgestellt werden.