Hansens „Mittagsstunde“: Uraufführung am Thalia Theater

Von Oda Baum, dpa
Der Schriftzug "Thalia Theater" steht über dem Eingang des Theaters.
Der Schriftzug "Thalia Theater" steht über dem Eingang des Theaters. Georg Wendt/dpa/Archivbild

Hamburg - Dörte Hansens „Mittagsstunde“ (2018) war ein großer Romanerfolg - an diesem Samstag (19.00 Uhr) bringt Regisseurin Anna-Sophie Mahler den Stoff nun am Hamburger Thalia Theater zur Uraufführung. Hansen, die selbst auf Husum lebt, erzählt vom Verschwinden einer dörflichen Welt am Beispiel des fiktiven friesischen Ortes Brinkebüll. Die Flurbereinigung durch Landvermesser hat dort seit den 1970er-Jahren Auswirkungen auf die verschrobenen Bewohner. Im Zentrum steht der verkorkste Ingwer Feddersen, der mit bald 50 Jahren ins Dorf zurückkehrt, wo er auf seine schwächer werdenden Großeltern und die „verdrehte“ Mutter Marret trifft.

Der Roman verhandelt die Themen Herkunft und Zugehörigkeit und ordnet jedem Kapitel einen Schlager- oder Songtitel zu. Und auch die Inszenierung versammelt einige besonders musikalische Ensemble-Mitglieder des Theaters, darunter Thomas Niehaus als Ingwer Feddersen. Regisseurin Mahler, die auch die Bühnenfassung entwickelte, hatte während der Proben engen Kontakt zu Dörte Hansen. Mahler erlangte überregionale Aufmerksamkeit mit ihrer Bühnenadaption von Josef Bierbichlers autobiografischem Roman „Mittelreich“ an den Münchner Kammerspielen.