Hochschule Nordhausen digitalisiert jüdische Friedhöfe

Von dpa
Blick auf Grabmale des Jüdischen Friedhofs in Bleicherode.
Blick auf Grabmale des Jüdischen Friedhofs in Bleicherode. Marie-Luis Zahradnik/Hochschule Nordhausen/dpa

Nordhausen - Die jüdischen Friedhöfe im Landkreis Nordhausen sollen digitalisiert werden und dann online für alle Interessierten einsehbar sein. Dafür werden die Friedhöfe in Bleicherode, Ellrich und Nordhausen und ihre Grabmale jetzt in 2D und 3D dokumentiert, wie die Hochschule Nordhausen am Dienstag mitteilte. Die rund 670 Grabmale sind demnach die letzten erhalten gebliebenen Zeugnisse jüdischer Geschichte in dem Landkreis und vom witterungsbedingten Verfall bedroht. Ein Teil der Inschriften ist kaum noch lesbar. Da die Restaurierung von Grabmalen nur begrenzt möglich und sehr kostenintensiv sei, werde man die Denkmäler mithilfe dieser technischen Verfahren erhalten, hieß es.

Dafür wird das Gelände laut Hochschule zunächst virtuell erfasst. Soweit es die Steinsubstanz zulasse, würden stark angegriffene Inschriften mittels einer besonderen Technik lesbar gemacht. Weitere Informationen zu den Grabmalen, Übersetzungen der Inschriften sowie Fotos, Zeitungsbeiträge und historische Adressbücher aus Bibliotheken, Archiven und Museen sollen zusammengetragen und online verknüpft werden.

Die Projektergebnisse sollen nach Abschluss der Arbeiten öffentlich und online für jede und jeden zugänglich sein - etwa in Museen, Bibliotheken und Archiven. In der Ausgabe der Reihe „Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen“ im Dezember 2021 soll über erste Teilergebnisse informiert werden.