Mobilität

IHK Cottbus: Streckenausbau in der Lausitz kommt nicht voran

Von dpa Aktualisiert: 24.09.2022, 14:23
Ein Regionalzug der Deutschen Bahn fährt durch einen Bahnhof.
Ein Regionalzug der Deutschen Bahn fährt durch einen Bahnhof. Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

Cottbus - Die Wirtschaft in Südbrandenburg hat die schleppenden Planungen des Bundes beim Ausbau der Schieneninfrastruktur in der Lausitz kritisiert. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) forderte für die Vorhaben im Strukturwandel die Einrichtung einer „Task Force“. Über zwei Jahre nach dem Strukturstärkungsgesetz sei de facto nichts passiert, sagte Jens Krause, bei der IHK für Mobilität und Infrastruktur verantwortlich, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Von elf konkreten Schienenprojekten, die der Bund finanziert, seien bei nur etwa drei der Planungsprozess überhaupt angelaufen. Unter den Projekten, die sich bisher noch nicht in der Planungsphase befinden, ist nach dpa-Informationen auch die Strecke Berlin - Cottbus - Weißwasser - Görlitz.

Unter anderem sei ein vom Land vorfinanziertes Vorhaben - das zweite Gleis für die Strecke Cottbus-Lübbenau - als Realisierungsvereinbarung angestrebt. Auch die Anbindung des Verkehrsterminals Straße-Schiene in Schwarzheide werde gebaut. Bei allen anderen Maßnahmen sei noch nicht einmal die Finanzierungsvereinbarung unterschrieben, so der IHK-Experte. Dreiviertel der Vorhaben seien nicht geplant, geschweige denn im Bau befindlich. Solche Schienenvorhaben dauerten bis zu 15 Jahren. „So viel Zeit haben wir nicht mehr.“ Der Bund müsse zu seinem Wort stehen.

Zu dem Thema findet an diesem Montag (26.9.) eine Konferenz der Infrastrukturministerien von Brandenburg und Sachsen zum Ausbau der Schieneninfrastruktur in der Lausitz statt. Rainer Genilke, Staatssekretär für Infrastruktur des Landes Brandenburg, und Thomas Kralinski, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Verkehr, wollen über den aktuellen Planungsstand bei Eisenbahninfrastrukturprojekten in der Lausitz informieren.