Illegale Beschäftigung: Bordellbetreiberin vor Gericht

Von dpa
Der Eingang vom Kriminalgericht Moabit.
Der Eingang vom Kriminalgericht Moabit. Fabian Sommer/dpa/Archiv

Berlin - Weil sie in zwei bordellartigen Massage-Betrieben vietnamesische Staatsbürger beschäftigt haben soll, die sich illegal in Deutschland aufhielten, steht eine 44-Jährige vor dem Landgericht der Hauptstadt. Die Anklage geht von neun Frauen und zwei Männern aus, die in Etablissements in Berlin und Schleswig-Holstein gearbeitet hätten. Die Verteidigerin der 44-Jährigen erklärte zu Prozessbeginn am Freitag, es treffe zu, dass ihre Mandantin Hilfe zum Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz durch Beschäftigung geleistet habe. Es habe sich um Personen gehandelt, die sich teilweise schon länger in Deutschland aufgehalten hätten.

Die Staatsanwaltschaft geht von elf Fällen in der Zeit von April 2019 bis März 2021 aus. Die damalige Geschäftsfrau habe gewerbsmäßig gehandelt, so der Vorwurf. Mitangeklagt als Helfer ist ein 64-Jähriger. Er habe das Berliner Etablissement in Abstimmung mit der Hauptangeklagten ab Februar 2020 auf seinen Namen anmelden lassen. De facto aber habe die 44-Jährige die Geschäfte weiterhin selbst geführt und den 64-Jährigen für seine Rolle entlohnt.

Die 44-Jährige habe gewusst, „dass sie durch die Beschäftigung von illegal aufhältlichen vietnamesischen Staatsbürgern für sich hohe Einnahmen erzielen konnte, weil sie dadurch Sozialabgaben umging“, heißt es weiter in der Anklage. Die neun Frauen seien der Prostitution nachgegangen und bezahlt worden. Durch die ihr zur Last gelegten Taten habe die 44-Jährige rund 45.000 Euro erlangt. Seit rund fünf Monaten befindet sie sich in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 31. August fortgesetzt.