Impfschwänzer im Land: Kampagne soll für Aufschwung sorgen

Von dpa 09.07.2021, 06:39
Ein Hausarzt impft in seiner Praxis einen Jugendlichen gegen Corona.
Ein Hausarzt impft in seiner Praxis einen Jugendlichen gegen Corona. Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Potsdam - Für Manchen ist es der wichtigste Termin des Jahres - andere lassen ihn einfach verstreichen: Fünf bis zehn Prozent der Brandenburger, die einen Termin für die Corona-Schutzimpfung haben, lassen ihn nach Angaben des Gesundheitsministeriums ohne Absage platzen. Seit etwa zwei bis drei Wochen beobachtet das Ministerium einen Rückgang beim Impfen. Ministeriumssprecher Dominik Lenz vermutet, dass es an den Sommerferien liegt. „Vielleicht haben sich einige noch vorher impfen lassen.“ Aber auch die Lockerungen und niedrige Inzidenzen könnten die Impfbereitschaft im Land dämpfen.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg bemerkt den Rückgang, sowohl in den Zentren, als auch bei den niedergelassenen Ärzten. Demnach ließen sich in der zweiten Juniwoche etwa 154.300 Menschen in Praxen und Zentren impfen - und vergangene Woche waren es rund 80.500.

Um für neuen Aufschwung zu sorgen, will das Land mit einer weiteren Impf-Kampagne nach dem Ende der Sommerferien starten. Diese soll sich zum ersten Mal auch an die jüngeren Menschen richten. „Wir wollen einen Paradigmenwechsel: Der Impfstoff soll zu den Menschen kommen, nicht wie bislang die Menschen zum Impfstoff“, verspricht Lenz. Überlegt werde, wie den Brandenburgern und Brandenburgerinnen ein unkompliziertes Impfangebot gemacht werden könne. „Impfen auf Parkplätzen, am Strand und auf Festivals, ohne Termin“, sagte Lenz mit Blick auf die derzeitigen Überlegungen. Dazu sei man mit den Kommunen im Gespräch.

Bisher sind in Brandenburg rund 933.000 Menschen vollständig geimpft, das entspricht 37 Prozent der Bevölkerung. Damit liegt das Land im Vergleich zu den anderen Bundesländern auf dem letzten Platz. Bei den über 60-Jährigen sind es 62 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen haben eine erste Impfung erhalten, das entspricht etwas mehr als 53 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt Brandenburg im Ländervergleich auf dem drittletzten Platz.