Integrationspreis 2021 geht an drei Hochschulen

Von dpa 09.06.2021, 15:48
Anja Karliczek (CDU) spricht.
Anja Karliczek (CDU) spricht. Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Bonn/Berlin - Für ihren Einsatz für junge geflüchtete Menschen sind zwei Hochschulen in Niedersachsen und die Christian-Albrechts-Universität in Kiel ausgezeichnet worden. Sie erhielten den Hochschul-Integrationspreis 2021 für besonders erfolgreiche und innovative Projekte - und damit jeweils 10.000 Euro Preisgeld zur Verwirklichung zusätzlicher Ideen, teilten das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) am Mittwoch mit. „Mehrere Tausend Geflüchtete haben inzwischen einen Abschluss auf Master-Niveau in der Tasche“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek.

Mehr als 30 000 Geflüchtete hätten in den vergangenen fünf Jahren ein Fachstudium an einer deutschen Hochschule aufgenommen, sagte die CDU-Politikerin. „Das ist eine großartige Leistung der jungen Menschen, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen in die deutschen Hochschulen einbringen und wissenschaftlich reflektieren können. Und es sind gute Aussichten für die Arbeitgeber in unserem Land, die auf absehbare Zeit eine bedeutende Zahl internationaler Fachkräfte mit einem deutschen Hochschulabschluss gewinnen können.“ Lehrende und Studenten hätten „entwurzelten Menschen eine Heimat gegeben“.

In der Kategorie „Brücke in den Arbeitsmarkt“ wurde die Hochschule Hannover mit ihrem Projekt „Refugeeks - Coding Academy Hannover“ ausgezeichnet. Das Projekt bestehe aus einer einjährigen akademischen IT-Weiterbildung, die sich an geflüchtete Menschen mit vorhandenen Programmierfähigkeiten richtet. Gewinner in der Kategorie „Brücke ins Studium“ wurde die HAWK Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen mit ihrem Gesamtkonzept für Studieninteressierte und Studenten mit Fluchthintergrund. Mit ihren Projekten erreicht die Hochschule demnach jährlich rund 300 Menschen.

Die Universität in Kiel gewann in der Kategorie „Brücke in die Gesellschaft“ - mit ihrem Projekt „kulturgrenzenlos“. Der gemeinnützige Verein entstand 2016 aus einem studentischen Begegnungsprojekt.

Die ausgezeichneten Projekte fördert das Ministerium laut Mitteilung in seinen Hochschulprogrammen für Flüchtlinge - diese seien Ende 2015 ins Leben gerufen worden. Für den Zeitraum von 2016 bis 2022 stünden rund 160 Millionen Euro bereit.