Internationale Expertengruppe: Verhinderung neuer Pandemie

Von dpa
Virologen Thomas Mettenleiter.
Virologen Thomas Mettenleiter. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Greifswald - Ein neues internationales Expertengremium „One Health“ (Eine Gesundheit) unter Leitung des Greifswalder Biologen und Virologen Thomas Mettenleiter soll weltweite Organisationen wie die WHO bei der Verhinderung künftiger Pandemien beraten. Weitere Gründungsvorsitzende des 26-köpfigen Gremiums ist die Leiterin des Zentrums für virale Zoonosen an der Universität von Pretoria (Südafrika), Wanda Markotter, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald, ein Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, am Freitag mit.

An der Schnittstelle von Mensch, Tier und Umwelt soll das „One Health High Level Expert Panel“ die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) beraten. Schwerpunkte seien die Interaktionen zwischen Mensch, Tier und Ökosystem und das frühzeitige Erkennen künftiger Bedrohungen für die Gesundheit. Zudem sollen Faktoren, die ein Überspringen von Erregern von Tieren auf Menschen beeinflussen, identifiziert werden. Ziel sei die Entwicklung einer globalen Agenda zur Reduktion des Risikos von Pandemien.

„Die Covid-19-Pandemie hat nochmals deutlich gemacht, wie eng die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt verbunden ist und welche Bedeutung daher der „One Health“-Ansatz für die globale Gesundheit hat“, sagte FLI-Präsident Mettenleiter. Die 26 internationalen Sachverständigen wurden den Angaben zufolge aus 700 Bewerbern ausgewählt und zunächst für zwei Jahren ernannt. Eine Wiederernennung sei möglich.