Jüdische Grabsteine im Rostocker Lindenpark werden gepflegt

2021 ist in Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Ein guter Anlass, das jüdische Erbe auch in Rostock zu würdigen.

Von dpa 07.07.2021, 15:37

Rostock - Auf dem alten jüdischen Friedhof im Rostocker Lindenpark sind die 176 Grabsteine einer Runderneuerung unterzogen worden. Dazu hatten sich am Mittwoch mehr als 30 Studenten und andere Freiwillige versammelt, um die Steine mit Bürsten und anderen Werkzeugen zu säubern. Wie der Theologieprofessor Martin Rösel sagte, organisiert er diese Aktion im zweijährigen Rhythmus seit mehr als 20 Jahren.

Die Grabsteine auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof sind vorrangig aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Mittelalterliche oder frühneuzeitliche Steine sind in Rostock nicht überliefert.

Über diesen Weg wolle er die Studenten mit der hebräischen Sprache, dem jüdischen Erbe in Rostock und der jüdischen Kultur vertrauter machen, sagte Rösel. Für sie gebe es dabei interessante Dinge zu beobachten: Manche der Inschriften seien falsch geschrieben, weil die Steinmetze kein Hebräisch konnten und Buchstaben verwechselt hätten. Auf den Grabsteinen fänden sich sowohl hebräische als auch deutsche, aber auch zweisprachige Inschriften.

„Wir führen anhand der Grabsteine ins jüdische Leben bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus ein“, sagte Rösel. Der Friedhof werde von der jüdischen Gemeinde in Rostock nicht mehr gebraucht. Die Toten werden auf gesonderten Plätzen des Hauptfriedhofs bestattet.