Jungen-Mord: Hinweise auf Personen nach ZDF-Sendung

Von dpa
ZDF-Moderator Rudi Cerne im Studio der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.
ZDF-Moderator Rudi Cerne im Studio der Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Boizenburg/Rostock - Fast 24 Jahre nach dem rätselhaften Mord an einem 14-jährigen Jungen aus Boizenburg (Ludwigslust-Parchim) verfolgt die Polizei neue Hinweise. Diese hätten sich nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen ...XY ungelöst“ am Mittwoch ergeben, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Rostock sagte. Mehrere Anrufer hätten Namen von Kontaktpersonen von damals genannt, mit denen das Geschehen in der Zeit nach dem Verschwinden des Jungen am 17. Oktober 1997 aufgeklärt werden könnte.

Die bekleidete Leiche des Jungen war am 1. November 1997 von einem sogenannten Treiber bei einer größeren Jagd gefunden worden. Sie lag in einem Wald mit jungen Bäumen etwa zehn Kilometer von Boizenburg entfernt. Ein Schuh fehlte. Da der Fall bisher nicht aufgeklärt werden konnte, hatte die Ermittlergruppe „Cold Case Unit“ aus Rostock die neuesten Entwicklungen in der ZDF-Sendung vorgestellt.

Demnach lebte der 14-jährige Martin Drewes damals mit einer Schwester bei den Eltern. Er habe regelmäßig in einer Jugenddiskothek in Boizenburg geholfen, die nur 100 Meter von seiner Wohnung entfernt war. Diese habe er am 17. Oktober - einem Freitag - auch besucht.

Er sei aber nach Ende gegen 22.00 Uhr erst mit einem Bekannten ein Stück in eine andere Richtung und dann alleine zu einer noch unbekannten Adresse gegangen. Die Ermittler sprachen in dem Zusammenhang von einer „Villa“ in dem Ort, in der damals andere junge Leute lebten und wo es auch Drogen gegeben haben soll. Drewes galt aber nicht als Drogenkonsument. Seine Eltern waren unterwegs.

Außerdem werde ein Mann gesucht, der damals einen roten Transporter gefahren und junge Leute angesprochen haben soll, ob man nicht zusammen Pfandflaschen sammeln könne. Die Polizei sucht auch Hinweise auf den weiter fehlenden Sportschuh, den der 14-Jährige getragen haben soll. Für Hinweise sei eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt worden.

Seit zwei Jahren werde wieder in diesem Fall ermittelt, hieß es. Neue kriminaltechnische Untersuchungsmöglichkeiten und Hinweise könnten helfen, solche „kalten Fälle“ doch noch aufzuklären.