Kanzlerkandidatin Baerbock: Mehr Unterstützung für Kinder

Von dpa 23.07.2021, 11:46
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, spricht während eines Bürgergesprächs.
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, spricht während eines Bürgergesprächs. Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Potsdam - Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hält eine größere finanzielle Absicherung von Kindern für notwendig, um Armut zu verhindern. „Die große, große politische Aufgabe ist dann, eine Kindergrundsicherung zu schaffen“, sagte die Spitzenkandidatin der Brandenburger Grünen am Freitag in Potsdam. „In unserem Land lebt jedes fünfte Kind in Armut.“ Die Kindergrundsicherung könne dafür sorgen, dass jede Familie ihrem Kind zum Start in die Schule das Beste mitgeben könne, sagte Baerbock mit Blick auf den bald nahenden Schulanfang in einigen Ländern.

Die Grünen-Parteichefin überreichte dem Büro Kinder(ar)mut der Arbeiterwohlfahrt Potsdam rund 35 gebrauchte Schulranzen. Wenn ein Kind zum Schulanfang keinen Schulranzen habe, breche das einem Kinderherz die Seele, sagte sie. „Gemeinsam die Schule zu beginnen bedeutet auch, dass jedes Kind die gleiche Chance haben muss vom allerersten Tag.“ Ende Juni hatte Baerbock in Potsdam dazu aufgerufen, neue oder gut erhaltene Ranzen für bedürftige Familien zu spenden. Baerbock, die sich in Potsdam wie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz um ein Direktmandat bewirbt, startet am Montag den offiziellen Wahlkampf der Brandenburger Grünen.

Rund 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche - etwa 21 Prozent aller unter 18-Jährigen - wachsen in Armut auf, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung im vergangenen Jahr ergab. Die Untersuchung berücksichtigte Kinder aus Familien, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt, und rechnete Heranwachsende im Grundsicherungsbezug ein, deren Familien Hartz IV erhalten.

Die Grünen im Bundestag forderten 2019 in einem Positionspapier eine Kindergrundsicherung, die 10 Milliarden Euro im Jahr kosten soll, um Kinderarmut zu verhindern. Darin ist ein fester Betrag für jedes Kind und ein variabler Zusatzbetrag enthalten, der umso höher ist, je niedriger das Einkommen einer Familie ist.