Keine hohe Waldbrandgefahr in Niedersachsen

Der viele Regen ist gut für die trockenen Wälder - die Brandgefahr ist deshalb in diesem Sommer auch deutlich niedriger als im Hitzejahr 2018. Leichtsinn kann beim Spaziergang aber trotzdem zu Feuer führen.

Von dpa

Lüneburg - Die Waldbrandgefahr ist im ersten Halbjahr in Niedersachsen im Vergleich zu den Vorjahren zurückgegangen. Die Einsatztage der Waldbrandzentrale in Lüneburg halbierten sich verglichen mit dem Hitzesommer 2018. Und die Zahl der Meldungen betrug nur noch etwa ein Drittel mit Stand Anfang August, wie die Landesforsten berechneten. „Es ist bei weitem nicht so schlimm wie in den Vorjahren. Es gab im Hochsommer ganz wenige Tage, an denen wir Waldbrandgefahr hatten“, sagte Knut Sierk, Sprecher der Landesforsten, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zentrale in der Hansestadt sei bisher an 50 Tagen besetzt gewesen - dies geschieht ab Stufe drei von fünf. 2018 wurden 99 Tage notiert, 2019 waren es 80 und im vergangenen Jahr 85. Sie habe an die 140 Brände entdeckt und an die Feuerwehren gemeldet, vor drei Jahren waren es 405 (2019: 255, 2020: 178). Das überwachte Gebiet erstreckt sich auf die sechs Landkreise Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Celle.

In Niedersachsen gelten vor allem der Osten und der Süden mit der Heide und dem Harz als besonders waldbrandgefährdet. Bei hoher bis sehr hoher Waldbrandgefahr steigen in Lüneburg und Hildesheim Feuerwehrflieger zu Kontrollflügen auf. Die kleinen Motorflugzeuge können auch die Einsätze der Feuerwehren lenken, wenn zum Beispiel der Wind dreht oder um an einen versteckten Brandherd zu kommen.

Derzeit pendeln die Stufen zwischen zwei und drei, zum Wochenende könnte bei Trockenheit die Gefahr wieder hochschnellen. In den Wäldern gilt ein generelles Rauchverbot zwischen dem 1. März und 31. Oktober. Die Landesforsten bitten darum, dass im Wald nicht geraucht wird und die Waldwege offengehalten werden.

„So lang die Vegetation satt grün ist wie in diesem Sommer, ist die tatsächliche Gefahr relativ niedrig. Im Herbst schnellt sie mit absterbendem Laub hoch“, sagte Sierk. Oft brauche es dann nur einen Funken für einen Brand, auch wenn die Temperaturen gar nicht hoch seien. In diesem Jahr kämen insgesamt deutlich mehr Menschen in die Lüneburger Heide als in den Vorjahren. „Das Schöne ist, es sind viele Besucher da und achten auch aufeinander“, ergänzte er.