Keine Unterstützung für Impfpflicht für Lehr-Personal

Von dpa 12.07.2021, 15:42
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19.
Eine Mitarbeiterin eines Impfteams überprüft eine Spritze mit einem Impfstoff gegen Covid-19. Thomas Frey/dpa Pool/dpa/Symbolbild

Schwerin/Berlin - Forderungen nach einer Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Schulen und Kitas haben in Mecklenburg-Vorpommern Widerspruch ausgelöst. So wandte sich Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) gegen den Vorstoß des Humangenetikers Wolfram Henn vom Deutschen Ethikrat. „Die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus sind freiwillig“, machte Glawe am Montag in Schwerin unmissverständlich klar.

Zugleich wiederholte er seinen Appell sich impfen zu lassen. Damit schütze man sich selbst und andere. Impfstoffe seien derzeit genügend vorhanden, um rasch eine hohe Impfquote zu erreichen. Fachleute halten 70 bis 80 Prozent für erforderlich, um die Corona-Pandemie wirksam eindämmen zu können.

Henn hatte auf die besondere Verantwortung einzelner Berufsgruppen verwiesen. So sei es Aufgabe von Lehrkräften, Erziehern und Erzieherinnen, Kinder unter zwölf Jahren zu schützen, die derzeit keine Impfung bekommen könnten. „Wir brauchen eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen“, sagte Henn der „Rheinischen Post“ (Montag). Zwar hätten Kinder selbst ein geringes Risiko, schwer an Covid zu erkranken, man müsse aber weiter damit rechnen, „dass sie das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren“. Eine allgemeine Impfpflicht lehnte Henn aber ab.

Thomas de Jesus Fernandes von der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag bezweifelte die Notwendigkeit, Kita-Besucher und Schüler besonders schützen zu müssen. „Kinder sind von einer Corona-Erkrankung kaum betroffen und haben bei einer Ansteckung meist nur milde Symptome“, sagte de Jesus Fernandes zur Begründung. Dies belegten auch die Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Die AfD habe von Anfang an gefordert, dass jedem Impfwilligen in Deutschland ein Impfangebot unterbreitet werden müsse. „Aber: Jede Impfung muss freiwillig sein und bleiben - ohne Ausnahmen“, betonte der Abgeordnete und erneuerte seine Kritik an der anfangs nur sehr langsam in Gang gekommenen Impfstoff-Beschaffung.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach von einer Scheindebatte. „Wir wissen von einer sehr hohen Impfbereitschaft unter den Beschäftigten im Bildungsbereich“, sagte der Bundesvorsitzende Udo Beckmann. Lehrer hätten von Anfang an der Impfung entgegengefiebert, weil sie einem hohen Risiko ausgesetzt und sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst seien. Das frühe Impfangebot für Grundschullehrer sei von den allermeisten angenommen worden.