„Keinen Puffer mehr“: Sorge um Blutkonserven

Von dpa 30.07.2021, 13:27
Röhrchen mit Blutproben stehen während einer Blutspende in Behältern.
Röhrchen mit Blutproben stehen während einer Blutspende in Behältern. picture alliance/dpa/Symbolbild

Springe - Der Vorrat an Blutkonserven in Niedersachsen wird nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) immer knapper. „Wenn man schwimmt und die Nase noch gerade so über dem Wasser ist, beschreibt das unsere Situation ganz gut“, sagte der Sprecher des regionalen Blutspendedienstes des DRK, Markus Baulke, am Freitag in Springe (Region Hannover). Er gehe davon aus, dass potentielle Spender durch die Lockerungen der Corona-Vorschriften in den vergangenen Wochen eher ihren Freizeitbeschäftigungen nachgegangen seien, als zur Spende zu kommen.

„Momentan haben wir rund 15 Prozent weniger Spender als noch vor ein paar Wochen. In unseren Beständen haben wir deshalb keinen Puffer mehr“, sagte Baulke. Um die heimischen Vorräte nicht noch weiter zu strapazieren, konnten deshalb beispielsweise auch nur sehr wenige Blutkonserven nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in die dortigen Krisenregionen geschickt werden.

Niedersachsenweit werden für eine ausreichende Versorgung etwa 2300 Blutspenden pro Tag gebraucht. „Um unsere Bestände wieder aufzufüllen wären allerdings rund 2500 pro Tag wünschenswert“, so Baulke. Bis dies wieder soweit sei, müssten vermehrt verschiebbare Operationen auf einen späteren Termin verlegt werden.

Trotz Corona gibt es beim Blutspenden kaum Hürden. Ungeimpfte dürfen ohne Einschränkungen spenden. Geimpfte Menschen dürfen bereits einen Tag nach der letzten Spritze spenden. Menschen, die sich bereits mit dem Virus infiziert haben, dürfen vier Wochen nach ihrer Genesung zur Blutspende. Ein Corona-Test vor Ort wird nicht gemacht.