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KfW-Umfrage: Haushalte investieren selten in Energiewende

Neun von zehn Haushalten in Deutschland halten die Abkehr von Öl und Atomkraft für wichtig. Viele Haushalte investieren bereits in alternative Technologien, die Mehrheit aber noch nicht - im Norden weniger als im bundesweiten Durchschnitt.

Von dpa
Das Logo der KfW an der Zentrale der KfW Bankengruppe.
Das Logo der KfW an der Zentrale der KfW Bankengruppe. Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

Frankfurt/Main - An der Energiewende führt nach Überzeugung der meisten Menschen in Deutschland kein Weg vorbei. Konkret genutzt werden Energietechnologien allerdings nach einer Umfrage der Förderbank KfW bislang nur von einer kleinen Minderheit der Haushalte.

In Schleswig-Holstein sind diese Technologien weniger verbreitet als im Durchschnitt der Bundesrepublik. Dort nutzen der Umfrage zufolge beispielsweise rund 7 Prozent der Haushalte Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung (Solarthermie) - verglichen mit mehr als 9 Prozent bundesweit. Unterdurchschnittlich sieht es auch bei Photovoltaikanlagen aus, die in Schleswig-Holstein nur von rund 4 (bundesweit: 8,5) Prozent der Haushalte genutzt werden. Deutlich hinter dem Bundesschnitt liegt der Norden auch beim E-Auto, das von 1,7 Prozent der dortigen Haushalte genutzt wird, verglichen mit 3,4 Prozent deutschlandweit.

Allerdings gaben in der Umfrage 26 Prozent der Haushalte in Schleswig-Holstein an, im vergangenen Jahr vermehrt über Energieeffizienz nachgedacht zu haben. „Das ist etwas mehr als im gesamtdeutschen Durchschnitt von 22 Prozent“, so die staatliche Förderbank. „In den kommenden Jahren könnte deshalb die Energiewendetätigkeit der Haushalte in Schleswig-Holstein spürbar zunehmen.“

Bundesweit halten der Umfrage zufolge 92 (2020: 89) Prozent der Haushalte die Abkehr von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle sowie der Atomenergie hin zu erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Biogas für wichtig oder sehr wichtig. Konkrete Schritte machen demnach bislang aber vor allem Besserverdiener.

„Die regionalen Unterschiede in der Nutzung der Technologien sind auch Ergebnis unterschiedlicher Ausgangsbedingungen, beispielsweise des Einkommens oder der Wohneigentumsquote“, bilanzierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. „Für ein Gelingen der Energiewende ist es deshalb wichtig, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass alle gesellschaftlichen Gruppen für die Energiewende aktiviert werden können.“

Die Bundesregierung hat den Weg Deutschlands zu Klimaneutralität bis Mitte des Jahrhunderts im Klimaschutzgesetz verankert. Danach soll der Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 verringert werden und bis 2040 um mindestens 88 Prozent. 2045 soll Deutschland demnach Klimaneutralität erreichen, also nur noch so viele Treibhausgase ausstoßen wie wieder gebunden werden können.