Kinder und Jugendliche engagieren sich als Naturwächter

Das Programm „Junge Naturwächter“ bringt Kindern und Jugendlichen in Sachsen den Schutz der Natur nahe. Doch können Wildblumen und Kröten in der Gunst der jungen Generation mit Handy und Spielkonsole konkurrieren?

Von dpa 03.07.2021, 09:20
Wildblumen wachsen auf einer Wiese.
Wildblumen wachsen auf einer Wiese. Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Dresden/Chemnitz - Wiesenblumen bestimmen, Fledermäuse beim Jagen beobachten, Spuren von Wildtieren im Wald lesen: Hunderte Kinder und Jugendliche engagieren sich als Junge Naturwächter in Sachsen. Und der Lockdown während der Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Experten den Trend zu Freizeitbeschäftigungen in der Natur verstärkt. Derzeit gibt es 50 solche Naturwächter-Gruppen in Sachsen mit etwa 750 jungen Aktiven, wie die Landesstiftung Natur und Umwelt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur informierte. An diesem Samstag laden sie zu einem sachsenweiten Aktionstag mit Schnupperangeboten an zahlreichen Orten.

Laut einer Studie des Bundes wächst das Interesse von Jugendlichen an der Natur. Bei einer repräsentativen Befragung von 14- bis 17-Jährigen gab mehr als die Hälfte an, die Natur sei ihnen während der Corona-Krise wichtiger geworden. Ebenso viele erklärten, sie hielten sich nun häufiger draußen in der Natur auf. Und viele wollen Tiere und Pflanzen besser kennenlernen: Rund 60 Prozent der Jugendlichen würden gern Tier- und Pflanzenarten namentlich kennen.

Das Programm der Jungen Naturwächter (JuNa) für Menschen im Alter von 7 bis 18 Jahren gibt es offiziell seit 2017 im Freistaat. Ziel sei, Nachwuchs für den Naturschutz zu gewinnen, erklärte Andrea Gößl von der Landesstiftung. Dazu wurde ein Programm mit Basiskursen und Praxisbausteinen entwickelt. „Die meisten JuNas suchen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung draußen in der Natur, bei der sie mit ihren Händen etwas Gutes für die Natur und Umwelt tun können.“ Das sei auch ein Ausgleich zum stundenlangen Sitzen und Zuhören in der Schule.

In der Ausbildung der jungen Naturschützer-Generation spielen laut Gößl auch moderne Medien eine Rolle, etwa Apps zum Bestimmen von Pflanzen und Tieren. Solche Apps seien wertvolle Hilfsmittel, auch um Beobachtungen zu dokumentieren. Allerdings lernten die Jugendlichen, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen - etwa mit Hilfe analoger Bestimmungsmittel, betonte sie. Zudem gehe es um gemeinsame Aktionen wie Teiche entschlämmen, Amphibienzäune und Insektenhotels bauen oder das Bestimmen von Vögeln.

Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) lobte den Einsatz der Jungen Naturwächter. Sie leisteten eine wichtige Arbeit für den Erhalt von Artenvielfalt und Lebensräumen. Die Natur kennen und verstehen zu lernen und sich darüber auszutauschen, gehöre zu den reizvollsten und interessantesten Dingen, die Kinder und Jugendliche tun könnten, erklärte Günther.