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Kongress: „Helikopterblick“ zum Wandel der Autoindustrie

Von dpa 01.09.2021, 05:20 • Aktualisiert: 03.09.2021, 05:57

Dresden - Der Wandel in der Automobilindustrie steht im Mittelpunkt beim diesjährigen Kongress des Automotive Cluster Ostdeutschland (Acod) und des mitteldeutschen Logistikforums in Dresden. Am heutigen Mittwoch treffen sich in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen rund 200 Experten der Branche. „Wir wollen einen Helikopterblick, also das Thema E-Mobilität von allen Seiten beleuchten“, so Acod-Geschäftsführer Jens Katzek.

Die Autobranche stehe vor einem mehrfachem Umbau - und entsprechenden Herausforderungen. Dabei gehe es längst nicht nur um technische Fragen, so Katzek. Es müsse auch darüber diskutiert werden, wie die Beschäftigten auf dem Weg mitgenommen werden könnten, welche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten es für Unternehmen gebe oder wie die Akzeptanz für die Elektromobilität gestärkt werden könne.

„Dabei ist vor allem der Ausbau Ladeinfrastruktur entscheidend“, betonte Katzek. Seiner Einschätzung zufolge befinde sich die Gesellschaft derzeit in einer kritischen Umbruchphase. „Wir haben es alle begriffen, die Industrie bietet die entsprechenden Produkte an, mit BMW und Volkswagen haben wir die Vorreiter in Sachsen“. Nun aber gehe es um die Frage, ob auch der Markt mitkomme. Damit zu Hause oder am Arbeitsplatz problemlos die E-Autos geladen werden könnten, müsse mit staatlicher Förderung die Infrastruktur ausgebaut werden.

Einer aktuellen Umfrage des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zufolge fließen etwa 30 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsausgaben der Zulieferer bereits in den Bereich E-Mobilität. Etwa 70 Prozent der Zulieferer befinden sich laut Katzek „in der Mitte des Weges“ bei der Transformation zur E-Mobilität. „Das heißt aber auch, dass noch ein Weg vor uns liegt.“ Rund 20 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Autos seien E-Fahrzeuge.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hätte die Entwicklung gerade bei vielen mittelständischen Unternehmen und Zulieferern verlangsamt. Auf der einen Seite hätten viele ihre Rücklagen angreifen müssen, auf der anderen Seite seien gerade jetzt Investitionen notwendig. Dafür fehle nicht selten das Geld.

Mittel- und Ostdeutschland haben sich laut Acod in den vergangenen Jahren zum Zentrum der Elektromobilität entwickelt. Mit den großen Herstellern wie Volkswagen in Zwickau, Porsche und BMW in Leipzig, Mercedes in Ludwigsfelde und bald auch Tesla bei Berlin habe sich die Automobilindustrie in der Region technologisch mit an die Spitze des Transformationsprozesses gestellt, so Katzek.

Allein in Sachsen beschäftigen die drei Automobilhersteller rund 18.000 Beschäftigte. Hinzu kommen zahlreiche Zuliefererbetriebe, so dass Schätzungen zufolge rund 80.000 Beschäftigte in der Branche arbeiten.