Köpp zweifelt am Sinn der Kreisreform vor zehn Jahren

Von dpa 20.08.2021, 11:50 • Aktualisiert: 21.08.2021, 16:33

Schwerin - Zehn Jahre nach der großen Kreisreform in Mecklenburg-Vorpommern zweifelt der Geschäftsführer des Landkreistags, Matthias Köpp, noch immer an der Sinnhaftigkeit des Projekts. „Wir kommen zu dem Ergebnis, dass die Strukturanpassung erfolgreich geschultert wurde, ob sie auch notwendig war, steht auf einem anderen Blatt“, erklärte Köpp am Freitag in Schwerin. „Effizienz- und Synergieeffekte durch die Zusammenlegung der Altkreise mussten immer wieder mit den Anforderungen an eine gute Erreichbarkeit und Bürgernähe der Verwaltungen austariert werden.“

Am 4. September 2011 waren aus den zuvor zwölf Altkreisen die sechs heute bestehenden Großkreise gebildet worden. Beinahe alle dieser neuen Landkreise zählen zu den flächengrößten in Deutschland, wobei der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte den größten Landkreis der Bundesrepublik bildet. Seit 2011 gab es immer wieder Kritik an langen Wegen, gerade auch für die ehrenamtlichen Kreistagsmitglieder.

Die heutigen Landkreise in MV seien leistungsstark, betonte Köpp. „Unsere Landkreise haben in der Corona-Pandemie gezeigt, wie leistungsstark sie sind, weil sie vom Abstrich über die Nachverfolgung der Infektionen bis zur Impfung alles geschultert haben, was andere nicht konnten oder wollten.“

Negative Auswirkungen auf die Finanzen der Gemeinden habe die Kreisreform nicht gehabt, stellte der Vorsitzende des Landkreistages, Seenplatte-Landrat Heiko Kärger (CDU), fest. Die Finanzkraft der Gemeinden sei heute viel besser und die Kreisumlagesätze seien niedriger.