ArchäologieKreisgrabenanlage im Gewerbegebiet Wedringen entdeckt

Bei Grabungen in einem Gewerbegebiet bei Wedringen werden Archäologen fündig. Sie entdecken Überreste einer Anlage, die vor Tausenden Jahren entstand. Doch ihre Arbeiten gehen noch weiter.

Von dpa Aktualisiert: 26.01.2023, 23:03

Haldensleben - Archäologen haben eine rund 7000 Jahre alte Kreisgrabenanlage im Gewerbegebiet Wedringen-Süd entdeckt. „Die Anlage hat einen Durchmesser von 60 Metern und umfasst einen vorgelagerten Graben sowie drei innenliegende Palisadenringe“, sagte Projektleiterin und Archäologin Susanne Friederich am Mittwoch. Sie sei wahrscheinlich für kultische Handlungen genutzt worden.

Der freie Platz im Innern der Kreisanlage habe einen Durchmesser von 40 Metern. Hinzu kämen zwei Eingänge mit abgehenden Palisadenreihen. Bislang wurde die Hälfte der Anlage freigelegt. Die Ansiedlung bei Haldensleben (Landkreis Börde) sei durch den Fund aber nicht gefährdet, sagte Friederich. Irgendwann sei die historische Anlage aufgegeben worden, vermutet Friederich. Aber vor 6500 Jahren, in der sogenannten „Rössener Kultur“, war der Platz demnach noch etwas Besonderes. „Hier stand eine Siedlung, dieser Ort wurde später mit einer doppelten Palisadenanlage umwehrt.“ Es wurden laut Friederich auch 20 Holzkastenbrunnen - 80 mal 80 Zentimeter groß - entdeckt.

„Eine Besonderheit sind die Bestattungen“, betonte die Archäologin. In der Zeit der „Rössener Kultur“ wurden normalerweise die Körper bestattet. In Wedringen wurden den Erkenntnissen zufolge die Toten verbrannt und die Überreste dann mit Beigaben in ganz gewöhnliche Gräber, wie sie bei Erdbestattungen üblich sind, gelegt. „Die Beigaben, wie Steinäxte und Gefäße, lagen zuvor auch im Feuer, die waren ganz heiß - und als sie in die Erde gebracht wurden zersprangen sie“, sagte Friederich. Als Besonderheit kam ein Schlauchgefäß aus Keramik mit zwei Öffnungen zu Tage.

Die Archäologen wollen noch bis Ende März auf dem knapp 14 Hektar großen Areal graben.