Agrar

Krisen-Beratungen zur Situation der Schweinebauern

Millionen Schweine werden in Niedersachsen gehalten. Wegen der Afrikanischen Schweinepest und der Corona-Pandemie hat sich die Lage für viele Halter verschlechter. Entsprechend groß ist der Redebedarf bei einem Krisengespräch.

Von dpa 06.09.2021, 06:12 • Aktualisiert: 06.09.2021, 06:20
Schweine stehen in einem Stall.
Schweine stehen in einem Stall. Sina Schuldt/dpa/Symbolbild

Hannover - Die angespannte Situation der Schweinebauern in Niedersachsen steht am Montag im Mittelpunkt bei einem Krisengespräch zwischen Landwirtschaftsministerium, Verbänden und dem Handel. Hintergrund ist laut Ministerium, dass die Betriebe mit niedrigen Preisen zu kämpfen haben. Ein Grund sei die Corona-Pandemie, viele Veranstaltungen fänden nicht statt und Gastronomen kauften weniger Fleisch ein. Zudem hätten zahlreiche Länder wegen der Afrikanischen Schweinepest Handelsbeschränkungen für deutsches Schweinefleisch verhängt - somit fielen wichtige Absatzmärkte weg, etwa im asiatischen Raum. Laut Ministerium gibt es in Niedersachsen 5300 schweinehaltende Betriebe mit rund 8,3 Millionen Tieren.

Nach Angaben des Bauernverbandes Landvolk wird pro Kilo Schwein derzeit 1,25 Euro gezahlt, 1,80 Euro sei jedoch mindestens notwendig, um kostendeckend arbeiten zu können. „Wir Landwirte brauchen jetzt verlässliche Aussagen; die Erzeuger stehen mit dem Rücken an der Wand, und immer mehr Berufskollegen denken ans Aufhören“, sagte der Verbandspräsident Holger Hennies vor den Beratungen. Der Vizepräsident des Verbandes, Jörn Ehlers, wies auch auf die deutlich gestiegenen Futterpreise hin, die die Landwirte nicht an die Schlachthöfe und den Einzelhandel weitergeben könnten. Das als Futtermittel benötigte Getreide sei aufgrund einer schlechteren Ernte wegen des Wetters extrem teuer geworden. Das freue natürlich Landwirte, die auch Getreide anbauen, verteuere aber letztlich für viele Bauern die Produktion enorm.

Bei den digitalen Beratungen am Montag sind auch mehrere Handelspartner vertreten, nach eigenen Angaben etwa Rewe oder die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl oder Kaufland gehören. Angesichts der akuten Krise seien alle Marktakteure gefordert, teilte die Schwarz-Gruppe auf dpa-Anfrage mit. Die Politik müsse alles dafür tun, die Afrikanische Schweinepest einzudämmen und Exportmärkte wieder zugänglich zu machen, da deren Wegbrechen enorme Schwierigkeiten verursacht habe.