Soziales

Kritik an geplanter Förderkürzungen bei Jugendsozialarbeit

Von dpa

Schwerin - Die Linksfraktion im Schweriner Landtag wirft der rot-schwarzen Regierung einen Sparkurs bei der Jugendsozialarbeit vor. Hintergrund sind Pläne der Landesregierung, die eine stärkere Förderung für Schulsozialarbeit vorsieht, während sich die Gelder für die außerschulische Jugendarbeit verringern sollen. „Anstatt die Probleme endlich zu lösen, will die Landesregierung die Mittel für die Jugendsozialarbeit um die Hälfte kürzen“, teilte die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, am Dienstag mit.

Das Sozialministerium verwies dagegen darauf, dass die Mittel für Jugend- und Schulsozialarbeit insgesamt sogar steigen. „Schulsozialarbeit ist nach unserem Verständnis Jugendsozialarbeit am Standort Schule. Genau deshalb setzen wir zukünftig noch stärker einen Schwerpunkt in der Schulsozialarbeit“, sagte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Bernhardt warf dem Ministerium dagegen vor, die beiden Bereiche Schul- und Jugendsozialarbeit gegeneinander auszuspielen. Es müsse stattdessen eine sichere Finanzierung aus Landesmitteln erfolgen.

Der Hintergrund: Das Land kofinanziert die Sozialarbeit über den Europäischen Sozialfonds (ESF). Während die Regierung für die kommende Förderperiode 2023 bis 2027 mit mehr als 75 Millionen Euro deutlich mehr Mittel für die Schulsozialarbeit beantragen will als zwischen 2015 bis 2022 mit rund 43 Millionen Euro, sind für die Jugendarbeit mit 15 Millionen Euro bisher nur etwas mehr als die Hälfte der vergangenen Förderperiode vorgesehen. Die Landkreise und kreisfreien Städte - die über die Verwendung der Mittel entscheiden - schießen dann nochmal die gleiche Summe zu.

Aus Sicht der Landesregierung ist die Sozialarbeit an Schulen deshalb so wichtig, da die Mitarbeiter dort einen guten Überblick hätten. „Die Schule ist der Ort, den alle Kinder und Jugendliche besuchen“, so ein Sprecher des Ministeriums. Klassische Streetworker, wie man das aus Großstädten kenne, gebe es in Mecklenburg-Vorpommern ohnehin nicht sehr häufig.