Künftig schnellere Hilfe für Betroffene nach Unglücken

Von dpa 02.06.2021, 13:01 • Aktualisiert: 02.06.2021, 13:10
Barbara Havliza (CDU), Justizministerin von Niedersachsen, sitzt im niedersächsischen Landtag.
Barbara Havliza (CDU), Justizministerin von Niedersachsen, sitzt im niedersächsischen Landtag. Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Hannover - Nach großen Unglücken, Anschlägen oder Amoktaten sollen betroffene Menschen in Niedersachsen künftig schneller und unbürokratischer Hilfe bekommen. Für sogenannte Großschadensereignisse hat der Landesbeauftragte für Opferschutz, Thomas Pfleiderer, einen Notfallplan erarbeitet. Gemeinsam mit Justizministerin Barbara Havliza (CDU) stellte er am Mittwoch in Hannover seinen ersten Jahresbericht vor, der auch die geplanten Maßnahmen bei Großschadensereignissen enthält.

„Der Opferschutzbeauftragte hat die notwendigen Vorkehrungen getroffen, damit im Ernstfall sehr schnell und kompetent unterstützt und geholfen werden kann“, sagte Havliza. Erfahrungen aus anderen Bundesländern hätten gezeigt, dass dies besonders wichtig sei. Im Großschadensfall soll Betroffenen künftig etwa ein Beratungstelefon zur Verfügung stehen, über das mehrere qualifizierte Fachkräfte gleichzeitig mehrere Anrufe entgegen nehmen können.

Der Opferschutz ist in Niedersachsen dezentral organisiert. Das bedeutet, Opfer schwerer Straftaten und ihre Angehörigen können sich an eine Vielzahl von Anlaufstellen wenden - etwa an die elf Regionalbüros der Stiftung Opferhilfe oder den Weißen Ring. Der Landesbeauftragte für Opferschutz, der seit 2019 im Amt ist, fungiert als zentrale Anlaufstelle. Sein Team leistet Erstberatung und leitet Betroffene an geeignete Unterstützungssysteme weiter.