LAK: 100.000 zusätzliche Sozialwohnungen notwendig

Von dpa

Hannover - Die Landesarmutskonferenz (LAK) Niedersachsen warnt wegen der aktuellen Wohnsituation in Deutschland vor einer wachsenden Spaltung der Gesellschaft. „Allein in Niedersachsen fehlen über 100.000 bezahlbare Wohnungen“, sagte LAK-Geschäftsführer Klaus-Dieter Gleitze am Mittwoch.

Mehr als 40 Prozent aller Haushalte in Oldenburg, Hannover, Braunschweig und Osnabrück müssten deutlich mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete ausgeben. Die LAK Niedersachsen fordert die Gründung einer gemeinnützigen Landeswohnungsbaugesellschaft. Zudem müsse der Bestand an Sozialwohnungen um mindestens 100.000 angehoben werden.

Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung bleibt fast 1,1 Millionen Haushalten in Deutschland nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum zum Leben übrig. Damit seien fast 13 Prozent der Mieterhaushalte in deutschen Großstädten in einer prekären wirtschaftlichen Lagen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung.

Gleitze sagte: „Besonders katastrophal ist die Situation für Alleinerziehende - zu 90 Prozent Frauen - mit einem Armutsanteil von weit über 40 Prozent.“ Jedes vierte alleinerziehende Elternteil habe nach Zahlung der Mietkosten weniger Geld zur Verfügung als im Arbeitslosengesetz als Regelbedarf festgelegt sei. Gerade in der Corona-Krise wachse mit der Wohnsituation zusätzlicher sozialer Sprengstoff heran, sagte der LAK-Geschäftsführer.