Kriegsfolgen

Land strebt Vereinbarung über Munitionsaltlasten an

Von dpa Aktualisiert: 25.11.2022, 22:29
Tobias Goldschmidt (Bündnis90/Die Grünen), Umweltminister in Schleswig-Holstein, vor der Presse.
Tobias Goldschmidt (Bündnis90/Die Grünen), Umweltminister in Schleswig-Holstein, vor der Presse. Frank Molter/dpa

Kiel/Goslar (dpa) - Die Bergung von Munitionsaltlasten aus dem Meer muss aus Sicht von Schleswig-Holstein zu einer gemeinsamen Generationenaufgabe für alle Bundesländer werden. Ein entsprechender Antrag soll bei der Umweltministerkonferenz im niedersächsischen Goslar beraten werden. „In unseren Meeren rosten die Schlickgranaten seit Jahrzehnten vor sich hin und es wird Zeit, dass wir uns gemeinsam dieser Herausforderung stellen“, teilte Schleswig-Holstein Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) mit.

Mit eingeplanten 100 Millionen Euro im kommenden Haushalt für das Bundesumweltministerium mache der Bund zwar einen entscheidenden Schritt nach vorne. „Für ein tragfähiges Gesamtkonzept müssen nun auch die Länder in die Startblöcke kommen. Mittel- bis langfristig werden wir bei dem Thema nur dann entscheidend vorankommen, wenn Berlin und die Landeshauptstädte in die gleiche Richtung laufen.“

Dem Antrag zufolge sollen die Umweltminister und -senatoren der Länder den Bund bitten, gemeinsam mit den Küstenländern die langfristige Finanzierung der Munitionsbergung aus Nord- und Ostsee sicherzustellen und eine gemeinsame Vereinbarung darüber zu schließen. Nach Goldschmidts Überzeugung ist das Bekenntnis aller nötig, diese Generationenaufgabe gemeinsam anzugehen, Verantwortung zu übernehmen und die Lasten zu teilen. Er wünsche sich, dass dafür von der Umweltministerkonferenz ein entschlossenes Signal ausgeht, so Goldschmidt.

Auf dem Grund von Nord- und Ostsee liegen schätzungsweise 1,6 Millionen Tonnen Weltkriegsmunition, die zunehmend verrottet. Austretende Stoffe drohen die Umwelt zu gefährden.