Landeskirche Braunschweig: Trauung für alle soll kommen

Von dpa

Braunschweig/Wolfenbüttel - Als eine der letzten Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) will nun auch Braunschweig gleichgeschlechtliche Paare trauen. Einen entsprechenden Beschluss hat die braunschweigische Synode auf Antrag des Gemeindeausschusses am Freitag bei einer Tagung in Wolfenbüttel gefasst, wie sie am Abend mitteilte. Bis November soll das Landeskirchenamt demnach eine Änderung des Traugesetzes vorlegen. Seit 2002 gibt es in Braunschweigs Kirche schon die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, sich im Gottesdienst segnen zu lassen. In den vergangenen fünf Jahren öffneten immer mehr von den 20 deutschen Landeskirchen die echte Trauung für Lesben und Schwule.

Oberlandeskirchenrat Jan Lemke betonte laut Mitteilung, dass bei der gesetzlichen Neuregelung nicht nur Homosexuelle im Blick behalten werden sollten, sondern auch Menschen, die sich weder als Mann noch Frau fühlten. Sie seien seit 2017 vom Bundesverfassungsgericht anerkannt. Auch ihnen müsse eine kirchliche Trauung angeboten werden.

Wer einen Menschen desselben Geschlechtes kirchlich heiraten will, stößt je nach Landeskirche auf unterschiedliche Regelungen.

Am meisten ist bisher in Baden, Berlin-Brandenburg, im Rheinland, in Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck, in der Nordkirche und der Reformierten Kirche (Ostfriesland) möglich. In Schaumburg-Lippe, Anhalt, Bayern und Sachsen gibt es nur die Segnung und keine ausdrückliche Traunung. Am schwierigsten ist es in Württemberg: In der württembergischen Landeskirche gibt es seit 2020 nur eine Segnung, und das auch nur nach Entscheidung der jeweiligen Gemeinde.