Landtag über Klimawandel: Minister drängt zur Eile

Von dpa 21.07.2021, 15:30
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther spricht am Lachsbach in der Sächsischen Schweiz.
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther spricht am Lachsbach in der Sächsischen Schweiz. Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/archivbild

Dresden - Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) drängt angesichts zunehmender Wetterextreme mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung auf mehr Tempo beim Klimaschutz. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Die Zeit zu handeln ist jetzt“, sagte er am Mittwoch bei einer von den Grünen beantragten Debatte zu Auswirkungen des Klimawandels. Sie war schon vor der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschland auf der Tagesordnung angemeldet worden, wurde nun aber auch mit Bezug zu den Ereignissen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geführt. Günter listete Maßnahmen der Regierung auf, die Sachsen seit dem ersten Jahrhunderthochwasser 2002 in Angriff nahm.

„Der Freistaat hat 3,6 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Wir haben das Rückhaltevermögen der Talsperren erhöht. Wir haben Frühwarnung und Meldewege verbessert. Wir werden den Hochwasserschutz weiter stärken und ein besonderes Augenmerk auf den natürlichen Hochwasserschutz legen. Wir werden die Eigenvorsorge stärken“, betonte der Minister. Man brauche mehr Wasserrückhalt in der Fläche, eine Stärkung des Talsperrensystems und der Trinkwasserversorgung, einen Waldumbau hin zu artenreichen Mischwäldern sowie Hilfe für Landwirte und Kommunen bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

AfD-Fraktionschef Jörg Urban warf den Grünen und der Regierung vor, Zukunftsangst zu verbreiten. „Wetterextreme, Überschwemmungen, Dürren gab es immer, gibt es heute und wird es auch zukünftig geben. Die ganz große Koalition aus Regierung und Öffentlich-Rechtlichen versucht mittlerweile jedes größere Wetterereignis dem Klimawandel in die Schuhe zu schieben.“ Dabei wisse man, das sich Klima immer wandelt. Zugleich übte er Kritik am Katastrophenmanagement. Die Leute in den betroffenen Regionen seien nicht gewarnt worden.

Mit ihrer Auffassung, der Klimawandel sei nicht von Menschen verursacht, blieb die AfD in der Debatte isoliert. „Klimaschutz ist keine Ideologie. Er ist wissenschaftlich unbestreitbar und schützt unsere Wirtschaft und gemeinsame Lebensgrundlagen“, betonte der Grünen-Abgeordnete Daniel Gerber.